Pfingstbräuche - Tradition und Zeremonien

Die Anzahl der Pfingstbräuche ist im Gegensatz zu anderen christlichen Festen eher gering. Doch auch das Pfingstfest begleitet so manche Tradition, die man kennen sollte.


Das Pfingstfest ist im Gegensatz zu anderen christlichen Festen mit relativ wenigen Riten behaftet. Es gibt jedoch die eine oder andere Tradition, die im Zusammenhang mit Pfingsten steht. Zum einen ist Pfingsten bekanntlich ein christliches Fest, welches in der Kirche mit einem Gottesdienst zelebriert wird. Ob mit religiösem Hintergrund oder der Vorstellung von Fruchtbarkeit und aufkeimender Natur verbunden – das Pfingstfest bietet viele Ideen, um das Fest fantasievoll zu feiern und an manchen Orten kann man altertümliche Pfingstbräuche wieder aufleben sehen. 

Gottesdienste und Pfingstbäume

  • Kirchenmitglieder beten an Pfingsten um die Ankunft des Heiligen Geistes, der an Pfingsten den Jüngern Jesus erschienen ist. Zudem wird auch traditionell die sogenannte Pfingstsequenz gesungen. Diese besteht aus einer Dichtung in lateinischer Sprache und handelt von dem Emporsteigen des Heiligen Geistes zu den Aposteln. Doch es gibt auch andere Pfingstbräuche, die Pfingsten als Sommeranfang und Fruchtbarkeitsfest einordnen. 
  • So werden etwa in Niedersachsen Pfingstbäume gepflanzt, wobei mehrere Möglichkeiten zur Ausführung des Rituals bestehen. Eine davon besagt, dass am Pfingstfreitag junge Birken zerschlagen und gemeinsam mit Laub von Eichen zu einer Dekoration gebunden werden. Diese wird mit einer leeren Kornflasche an der Einfahrt in die Ortschaft zwischen zwei Birken aufgehängt und jeder, der in den Ort hinein fährt, muss eine kleine Gebühr bezahlen. 

Brunnenfeste zu Pfingsten

  • Zu Pfingsten gehört es mancherorts in Deutschland zum Brauch, Brunnenfeste zu veranstalten. Dabei werden die Brunnen mit jungen Birkenzweigen und Blumen festlich verziert. Ähnlich wie zum Osterfest, hängt man an die Zweige ausgeblasene gefärbte Eier und bunte Bänder.
  • Doch auch Häuser, Viehställe, Fahrzeuge und Kirchengebäude werden zu Pfingsten feierlich mit Birkenzweigen und Blumensträußen geschmückt. Die Zweige des Baumes gelten seit jeher als Symbol für Fruchtbarkeit und das Aufblühen der Natur.

Weitere Bräuche und Pfingstumzüge

  • Entsprechend dieser Idee pflegten die Bewohner von Rheingebieten einen Ritus. Junge Männer bastelten aus Stroh, Moos und Tannenzweigen Puppen, die Pfingstlümmel genannt wurden. Diese Puppen tauchten die Burschen in den Brunnen ein und bespritzen mit den Pfingstlümmeln junge Mädchen und Frauen, was zur Steigerung der Fruchtbarkeit führen sollte. 
  • In manchen Gegenden wurden große Pfingstumzüge mit Tanz, Trunk und Gesang veranstaltet. Oft wanderten auch Kinder mit blühenden Fliederzweigen und bunten Trachten durch den Ort. Die Kinderlein hatten stets einen kleinen Handwagen bei sich und hielten zwischendurch immer wieder an, um Verse aufzusagen oder Lieder zu singen. Für diese Kunststücke wurden sie dann mit Speck, Eiern oder Geld belohnt und der Verdienst wurde fleißig im Wagen angesammelt.