Pfingstessen - Verschiedene Traditionen

Auch zu Pfingsten kommt gerne die Familie zu einem gemeinsamen Essen zusammen. Bis heute anhaltende Traditionen sind dabei zwar nicht so weit verbreitet, aber umso interessanter.


Das Festessen hat in verschiedenen Kulturen einen wichtigen Rang. Seit Beginn der Menschheitsgeschichte werden prachtvolle Empfänge gefeiert. Wenn wir uns heutzutage bei einem Fest mit ausgefallenen Salatkreationen und kalorienarmen Nachtisch begnügen, so haben wir wenig mit unseren Vorfahren gemein. Denn früher hing der Erfolg eines Festes von der Vielzahl der fetten Speisen ab.

Pfingstochse und andere Fleischgerichte

  • Die meisten Speisen bestanden aus kunstvoll servierten Fleischgerichten, etwa ganzen gegrillten Ferkeln oder Truthähnen, die auf riesigen Platten mit Früchten und Gemüse als Dekoration aufgetischt wurden. Was das Pfingstessen anbelangt, existieren recht wenige feste Traditionen.
  • Bekannt ist ein Brauch, der bis ins 19. Jahrhundert praktiziert wurde und sich um den Pfingstochsen dreht. An Pfingsten wurden Ochsen oder Schafböcke durch die Gassen der Ortschaften auf die grüne Weide getrieben und das ganze Dorf folgte den Tieren in einer sogenannten Pfingstprozession.
  • Der stärkste Ochse wurde als Pfingstochse getauft und mit bunten Blumen, Schleifen und Kränzen dekoriert. Aus dieser Zeit stammt auch eine altertümliche neckische Redewendung in Bezug auf das männliche Geschlecht: „Herausgeputzt wie ein Pfingstochse“. Leider fand eben dieser Ochse sein Ende jedoch traditionell als „Opferlamm“ auf dem Mittagstisch. Serviert wurde das Fleischgericht auf Platten mit ganzen Zitronen, welche zur damaligen Zeit als eine besonders teure und daher erlesene Frucht galten. Die Zitrone wurde jedoch nicht gegessen und diente nur als Ziergegenstand. 

Brotvögel und anderes Gebäck

  • Aus Böhmen stammt ein Pfingstgebäck in Form von Brezeln. Hierzu breiteten Kinder am Abend vor dem Pfingstfest Huflattich aus und, als sie aufwachten und nachschauten, lagen schöne Brezeln auf den Blättern. Das Gebäck wurde kurzerhand vernascht, die Blätter der Pflanze bewahrte man jedoch auf, weil man sie als Heilmittel für diverse Krankheiten benutzen konnte. 
  • Die Bayern essen zu Pfingsten ebenfalls ein Gebäck. Dies nennt sich Heiliggeist-Krapfen und Allgäuer-Brotvögel. Letztere haben eine interessante Geschichte, denn sie stehen symbolhaft wie die Taube für den Heiligen Geist. Im 18. Jahrhundert wurde das besagte Gebäck in Form von Vögeln durch eine Luke in die Kirche hinein geworfen, was jedoch als Spott angesehen wurde.
  • Dies erregtegroßes Aufsehen , weswegen die Tradition auch 1803 abgeschafft wurde. Heute ist allerdings nicht viel von den alten Bräuchen übrig geblieben und so mag ein jedermann zum Pfingstessen auftischen, was er mag. Die Hauptsache ist, dass es schmeckt!