Ich erinnere mich noch an die 70er Jahre. Ich war ein Teenager auf´m Dorf. Wollte natürlich cool, up-to-date und immer klüger, schöner und besser als die anderen sein. Schminkte mich und benutzte schon damals Gesichtswasser, Gesichtscreme und dergleichen mehr. Dann kam eine echte Neuerung: die erste flüssige pH-hautneutrale Waschseife, damals noch Syndet genannt. Die Argumente der herstellenden Industrie klangen total einleuchtend.
pH hautneutral wirklich sinnvoll?
Ja, unsere Haut trägt doch schließlich ein schützendes Mäntelchen, den Säureschutzmantel. Und der ist sauer. Ja, sauer mit einem pH-Wert von ca. 5,5. Und wir wollen doch, dass unsere Haut schön bleibt. Richtig? Der Säureschutzmantel schützt die Haut vor bösen Eindringlingen, vor allerlei Ungemach, und nur eine gesunde Haut ist in der Lage, allen Umwelteinflüssen zu trotzen. Stimmt. Klingt absolut einleuchtend. Gekauft! Weg mit der altmodischen, nach Hintertupfingen riechenden Seife, in manchen Fällen gar die ganz und gar uncoole und super altmodische Kernseife. Ich war schlauer, ich benutzte ab sofort die pH-hautneutrale flüssige Seife für meinen ganzen Körper. Inzwischen sind runde dreißig Jahre vergangen. Kaum eine Seife, ob flüssig oder fest „dümpelt“ noch im Basischen herum. Kaum ein Shampoo, Duschgel, keine Creme, kein Stück „moderner“ Seife, das nicht irgendwo mit den Worten pH hautneutral für sich wirbt.
Hautkrankheiten
Und wie geht es unserer Haut? Haben Sie einmal darüber nachgedacht, dass es unserer Haut so miserabel geht wie noch nie? Ekzeme, Neurodermitis, Psoriasis, Hautpilze alles Couleur, Jucken hier, Wundsein da, sensitiv, Sonnenallergie, Nickelallergie, you name it…, das volle Programm. Und das, obwohl wir doch seit drei Jahrzehnten unseren Mantel mit allem, was wir auf die Haut schmieren, ach so schützen? Was geht uns denn da so unter die Haut? Können wir uns unserer Haut etwa nicht erwehren? Irgendwas ist hier faul. Oder?
Dröseln wir das Ganze einmal von hinten auf.
Was ist der Säureschutzmantel der Haut eigentlich?
Also erstens: die Natur ist klug und tut nichts ohne Grund. Und schon gar nichts, ohne eine Handlung in einen sinnvollen Rahmen einzubetten. Wo man hinhört, ist von Übersäuerung die Rede. Selbst Hochglanzgazetten haben inzwischen gemerkt, dass dies ein dankbares Thema ist. Dazu nur ein paar kurze Worte: in unserem Körper finden sich pH-Werte von ganz sauer (z. B. im Magen), bis ganz basisch (z. B. in der Bauchspeicheldrüse), und dazwischen hat jedes Gewebe sein physiologisches Säure-Basen-Gleichgewicht. Selbst der Urin ist manchmal sauer und manchmal basisch. Und genau so sollte es auch sein. Wir sind ja kein statisches System, sondern lebendig.
Übersäuerung durch andere Faktoren
Die allerorts beschriebene Übersäuerung findet sich hauptsächlich im Zwischenzellgewebe, in der Lymphe, manchmal aber auch in den Zellen oder sogar in einzelnen Organen. Ist das Blut jedoch nur minimal übersäuert, sprechen wir bereits von einem klinischen und lebensbedrohlichen Notfall. In der Tat gibt es eine Menge Faktoren, die uns sauer machen. Ungeeignete Ernährung, Genussmittel wie Kaffee, Schoki, Zigaretten etc., Gifte aus tausendfachen Quellen, Elektrosmog, Handystrahlung, Sauerstoffmangel, Krankheitserreger, hastiges Essen, das extrem fleischhaltige Essen, und Zucker, Zucker, Zucker. Aber, und das ist relativ wenig bekannt: den Löwenanteil an unserer Übersäuerung liefert unser vegetatives Nervensystem, das uns säuert, wenn wir STRESS haben.
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Ihre Marlene
Für die Inhalte dieses Artikels ist die Verfasserin Marlene E. Kunold verantwortlich.