Phobie - Wenn das Leben durch Angst zur Qual wird

Betroffene können eine Phobie vor sämtlichen Gegenständen, Personen, Tieren oder bestimmten Situationen haben. Es kann bei ihnen zu regelrechten Panikattacken kommen, die nicht mehr kontrollierbar sind.


Eine Phobie kann man als einen Angstzustand beschreiben, der für andere Personen in der Regel nicht verständlich ist und speziell die betroffene Person betrifft. Phobien können vor Gegenständen, Personen, Tieren oder bestimmten Situationen entstehen. Dabei haben sie sehr unterschiedliche Auswirkungen auf das Leben der betroffenen Person. Manche Phobien beeinträchtigen den Tagesablauf nahezu gar nicht, andere wiederum können ihn stark beschränken.

 

Angststörung mit Panikattacken
So kann z.B. die Angst vor geschlossenen Räumen fatale Folgen haben, da die betroffene Person dann ständig versucht, diesen auszuweichen. Das Betreten eines Gebäudes wird damit zur Tortur, die ein normales Leben für den Betroffenen nicht möglich macht. Bei manchen reicht schon der Gedanke an eine phobieauslösende Situation, damit sie in Panik geraten. Es kann daher zu regelrechten Panikattacken kommen, die nicht mehr kontrollierbar sind. Dies geschieht besonders dann, wenn der Betroffene direkt mit dem phobieauslösenden Objekt konfrontiert wird.

 

Nur in Einzelfällen bei Kindern
Phobien treten bei den meisten Menschen erst im Erwachsenenalter auf. Allerdings können auch schon kleine Kinder davon betroffen sein. So bestätigen manche Psychologen auch die These, dass sich Phobien von Eltern auf Kinder übertragen können. Besonders dann, wenn z.B. eine sehr enge Mutter-Kind-Beziehung vorherrscht. So berichteten Psychologen von einem Kind, das eine Phobie gegen Hühner entwickelte, obwohl es in seinem Leben noch nie von einem Huhn angegriffen wurde. Lediglich die Mutter mochte keine Hühner. In dem vierjährigen Mädchen verstärkte sich diese Angst so sehr, dass sie eine Phobie gegen das Federvieh entwickelte. Die meisten, die sich in ihrem Leben mit Phobien auseinander setzen müssen, wissen auch, dass diese unbegründet sind. Dennoch sind sie gegen die aufkommende Angst absolut machtlos.

 

Platzangst häufige Phobie
Die Platzangst gehört zu den am häufigsten anzutreffenden Phobien. In solchen Menschen löst die Tatsache, über die Straße oder einen freien Platz zu gehen, eine Phobie aus. Besonders schlimm ist es dann, wenn es der Person aufgrund der Agoraphobie, wie die Platzangst im Fachausdruck genannt wird, nicht mehr möglich ist, die eigene Wohnung zu verlassen. Vereinsamung und mangelnde soziale Kontakte, die die Phobie noch verstärken, sind die Folge.

 

Verbreitete Phobien
Menschen mit Höhenangst, auch Akrophobie genannt, sind auch relativ häufig anzutreffen. Ihnen ist es unmöglich, ein Hochhaus zu betreten oder gar aus dem Fenster zu schauen. In der Regel betreten solche Menschen auch kein Flugzeug, wobei sich die Flugangst von der Höhenangst als Phobie wiederum differenziert. Tierphobien gelten in der Bevölkerung auch als sehr verbreitet. So können Hunde, Spinnen, Schlangen aber auch Mäuse und Insekten in manchen Menschen Angst auslösen.

 

Phobie durch innere Angst
Eine Phobie entsteht meist dadurch, dass innere Ängste, die z.B. aus ungelösten Konflikten oder Verlusterlebnissen resultieren können, vom Gehirn auf Gegenstände oder Situationen umgelenkt werden. Dadurch kann die innere Angst bei Konfrontation mit dem Gegenstand oder der Situation ausgelebt werden. Dennoch, ein Verarbeitungsprozess findet nicht statt und deswegen können sich die meisten Menschen nicht selbst von ihren Phobien befreien.

 

Ein Psychologe kann helfen
Damit gestaltet sich die Selbsthilfe bei Phobien in der Regel für den Betroffenen auch als äußerst schwierig. Experten raten ab, sich selbst zu therapieren und verweisen an speziell dafür geschulte Psychologen. Zwar kann es manchmal helfen, eine Person mit ins Vertrauen zu ziehen, oder sich auch immer wieder schrittweise dem Angstauslöser zu konfrontieren. Dennoch kann nur eine Psychotherapie die Ursache für die Phobie wirklich durchleuchten.