Phytohormone: Gut bei Frauenleiden

Insbesondere bei Wechseljahrsbeschwerden sind pflanzliche Hormone und Phytohormone zu empfehlen.


Hormone und hormonartige Stoffe, sogenannte Phytohormone, finden sich nicht nur im menschlichen Organismus, sondern auch in Heilpflanzen. Diese Pflanzenstoffe ähneln den von Menschen gebildeten Hormonen. Phyto-Östrogene können beispielsweise im menschlichen Körper ähnliche Wirkungen wie das weibliche Sexualhormon erzeugen.

Vorkommen
Hormone und Phytohormone treten beispielsweise in Palmenkernen, im Öl der Weidekätzchen, in der Stockrose und dem Springkraut auf. Vor allem kommen sie in weiblichen Blüten vor, diese Hormone haben dann quasi dieselbe Wirkung wie Hormone im Eierstock. So finden sich Phytohormone in Heilpflanzen wie Salweide, Sonnenblume, Holunder, Nessel und der gelben Teichrose. Mönchspfeffer wird oft bei speziellen Frauenleiden angewendet und kann auf das Hormonsystem des Hypophysenvorderlappens einwirken.

Bei Schilddrüsenproblemen
Steinsamen wurden von Indianern in Nevada zur Empfängnisverhütung genutzt, sie wirken gleichsam auf Eierstock und Schilddrüse. Wolfsfuß wirkt sogar noch stärker auf die Schilddrüse.

Lignane bei Prostatabeschwerden
Lignane finden sich unter anderem in Leinsamen, Lorbeerblättern, im Kampherbaum und in Buchweizen, Weizenkleie und Roggen. Auch sie können die Hormonwirkung regulieren. Das Lignan aus der Brennesselwurzel hilft bei einer benignen Prostatahyperplasie, also einer leichten Vergößerung der Prostata.

Phyto-Östrogene bei Frauenleiden
Japanerinnen haben aufgrund ihres überdurchschnittlich hohen Sojakonsums keine oder kaum Wechseljahrsbeschwerden. Denn im Soja stecken Phyto-Östrogene, auch Isoflavone genannt. Diese
kompensieren die nachlassende Produktion des Östrogens und sorgen so dafür, dass typische Beschwerden der Wechseljahre wie Hitzewallungen, Schweißausbrüche und Stimmungsschwankungen weniger intensiv empfunden werden und die hormonelle Veränderung weniger extrem ist. Bei Säuglingen sollte man aufgrund der Hormonwirkung auf Sojaprodukte verzichten, obwohl man davon ausgeht, dass normale Mengen an Phytoestrogenen, die man mit der Nahrung aufnimmt, unbedenklich sind.

Sanfte Hormontherapie
Früher glichen Frauen diese Beschwerden durch Hormonersatztherapien aus, diese birgt jedoch einige Risiken. So scheint das Brustkrebsrisiko durch eine derartige Therapie rapide anzusteigen, auch das Risiko eines Herzinfarktes und eines Schlaganfalles erhöht sich durch eine Hormontherapie rapide. Ein sanfterer Weg ist die Therapie mit Phyto-Östrogenen. Sie wirken zwar weniger stark als rezeptpflichtige Hormonpräparate, dafür haben sie aber auch deutlich weniger Nebenwirkungen. Neben Soja helfen bei Wechseljahrsbeschwerden Sojabohnen, Yamswurzel, Rotklee und Hopfen. Bei Hitzewallungen empfehlen sich Traubensilberkerze und Mönchspfeffer.