Phytonzide: Ätherische Öle

Phytonzide können krampflösend, antimikrobiell und reizend wirken, andere sind wiederum giftig.


Bei Phytonziden handelt es sich um ätherische Öle. Diese Pflanzenwirkstoffe halten Krankheitserreger und Schädlinge ab, sodass auf Herbizide und Insektizide verzichtet werden kann, in ihrer Wirkung ähneln sie Antibiotika. Doch sie wirken nicht nur abtötend, sondern haben verschiedene aufeinander abgestimmte, anregende, hemmende und vernichtende Kräfte. Sie stecken unter anderem in Nektar, Blumenpollen, Heidel- und Erdbeeren, aber auch in vielen anderen Früchten und Pflanzen. Als Wirkstoffe sind sie vielseitig einsetzbar.

Verschiedene Einsatzgebiete
Aufgrund ihrer regulierenden Funktion werden sie in der Naturheilkunde und im biologisch-dynamischen Landbau verwendet. Außerdem werden Phytonzide sowohl in der Aromatherapie als auch in der Lebensmittelindustrie angewendet. Ihre Zusammensetzung variiert abhängig von der Pflanze. Für die Pflanzen dienen die ätherischen Öle als Fraßschutz oder als Lockstoff, das Phytonzid kann auch die Keimentwicklung hemmen.

Leicht flüchtig
Ätherische Öle bestehen aus fettlöslichen und leicht flüchtigen Substanzen, sie zeichnen sich durch einen aromatischen Duft aus. Sie werden durch Licht, Sauerstoff, Wärme leicht zersetzt oder verharzt. Die Öle werden durch Wasserdampfdestillation gewonnen, weil sie sich mit dem Dampf verflüchtigen. Deswegen sollte man beispielsweise beim Tee stets darauf achten, dass die Öle nicht über den Wasserdampf verlorengehen können. Halten Sie die Teekanne also, wenn möglich, geschlossen. Das ätherische Öl der verschiedenen Zitrusfrüchte gewinnt man übrigens durch Pressung.

Wirkung
Ätherische Öle werden bei den verschiedensten Beschwerden eingesetzt, zum Teil ist die Wirkung jedoch auch von anderen Stoffen abhängig. Für die Aromatherapie werden stets die isolierten Öle verwendet. Ätherische Öle können antimikrobiell wirken, also Bakterien und Pilze abtöten. Hierfür eignen sich Öle aus Heilpflanzen wie beispielsweise Pfefferminz-, Eukalyptus-, Nelken-, Fenchel-, Thymian- oder Anisöl. Auch krampflösend wirken einige der Phytonzide. Hierfür eignet sich Rosmarin-, Salbei-, Pfefferminz- oder Kümmelöl. Begleitstoffe unterstützen hier die Wirkung. Manche der Öle haben auf die Haut und Schleimhäute eine reizende Wirkung, so kann beispielsweise durch den Einsatz dieser Phytonziden der Sekretfluss der Atemwege angeregt werden. Beispiele hierfür sind Eukalyptus-, Fenchel-, Terpentin-, Menthol- oder Anisöl. Auch kann durch reizende Öle der Appetit angeregt werden, beispielsweise durch Ingwer, Kardamom, Koriander oder Kümmel. Die Wirkung wird durch Bitter- oder Scharfstoffe ergänzt. Einige Öle wirken jedoch auch toxisch – dies allerdings erst in größeren Mengen. Dazu gehören Öle aus Petersilienfrüchten, Wermut und Muskatnuss.