Pica Syndrom

Das Pica Syndrom ist eine seltene Störung des Essverhaltens. Die Betroffene nehmen Gegenstände zu sich, die nicht führ den Verzehr geeignet sind.


Das Pica Syndrom ist eine äußerst seltene Erkrankung. Sie zählt im Gegensatz zu Bulimie und Anorexie zu den qualitativen Essstörungen. Hierbei werden Gegenstände zu sich genommen, die keine Lebensmittel darstellen, wie zum Beispiel Papier, Exkremente, Erde, Haare und Holz. Es müssen allerdings ein paar Kriterien erfüllt sein, damit es sich tatsächlich um das Pica Syndrom handelt. Das Einnehmen von ungenießbaren Gegenständen muss mindestens einen Monat andauern und ist für die Entwicklungsstufe des Betroffenen ungewöhnlich. Auch darf dieses Verhalten nicht Teil eines kulturellen Ritus darstellen.

 

Risikogruppe
Diese Essstörung tritt meist bei geistig behinderten und verwirrten Menschen, wie Demenzkranken, Autisten und Schizophrenen oder bei Menschen mit einer Gehirnverletzung auf. Aber auch Schwangere, Stillende und Kinder gehören zur Risikogruppe. Die Ursachen der Entstehung von Pica sind noch nicht hinreichend geklärt.

 

Ursachen des Pica Snydroms
Man kann die Krankheit zum Beispiel auf einen Nährstoffmangel zurückführen. Beobachtungen haben gezeigt, dass Menschen mit Eisenmangel vermehrt Metall und Erde zu sich nehmen, um unbewusst diesen Mangel wieder auszugleichen. Man vermutet, dass die Reduzierung eisenhaltiger Botenstoffe im Gehirn dafür verantwortlich ist. Bei psychisch kranken Menschen oder Personen mit einem Gehirnschaden könnte es sich um ein Wahrnehmungsproblem handeln. Sie erkennen nicht, was sie da essen und erkennen Gegenstände nicht als Lebensmittel. Auch ist es möglich, dass Pica eine Reaktion auf eine hohe Stressbelastung ist. Werden auch giftige Substanzen verzehrt, müssen die Betroffenen unter Aufsicht gestellt werden. Bei geistig behinderten Menschen mit Wahrnehmungsstörungen werden häufig Verhaltenstherapien durchgeführt. Hier erzielt man bereits durch den Körperkontakt große Erfolge. Wenn der Gegenstand vom Patienten aufgenommen wird, hält man seine Hand. Hindert man ihn so einige Male den Gegenstand zu essen, lässt er von diesem Verhalten oft vollständig ab.
Die Beseitigung des Nährstoffmangels oder eine Psychotherapie bei hoher Stressbelastung bringt große Erfolge in der Bekämpfung des Pica Syndroms.