Pilates: Mit sanfter Gymnastik die Körpermitte finden

Pilates ist viel mehr als eine Art, seinen Körper in Form zu halten. Auch Entspannung und Meditation ist hiermit möglich.


Die Erfindung der Sportart, die heute unzählige Frauen begeistert, ist eigentlich einem eher unglücklichem Umstand zu verdanken. Der Deutsche Joseph Hubertus Pilates, Krankenpfleger, geriet während des Zweiten Weltkrieges in Gefangenschaft. Allein in seiner Zelle, zur Untätigkeit verdammt, begann er die Übungen zu entwickeln. Vor etwa 80 Jahren wanderte er in die USA aus, wo dann der Siegeszug des sanften Körpertrainings in Kombination mit Meditation begann. Unzählige Stars und Sternchen lernten vom Erfinder höchstselbst.

Was ist Pilates?
Bei Pilates handelt es sich um ein ganzheitliches Körpertraining, das auf verschiedenen Prinzipien beruht, so etwa Konzentration, Kontrolle oder Entspannung. Es ist damit viel mehr als ein Weg, seinen Körper zu formen und ihn fit zu halten. Die Essenz der 500 Übungen besteht darin, Verspannungen zu lösen, den Körper wieder ins Lot zu bringen und die eigene Mitte zu finden. Es werden nie nur einzelne Muskeln, sondern ganze Gruppen beansprucht, besonders die Bauch-, Bein- und Pomuskeln werden auf sanfte Weise trainiert und gestärkt. Es gibt keine abrupten Bewegungen, alle Übungen gehen fließend ineinander über. Richtig und regelmäßig ausgeführt, stellen sich bald die ersten Erfolge ein: Die Haltung ist verbessert, die Muskeln gekräftigt, Verspannungen gelockert, Stress abgebaut und die gesamte Körpersilhouette verfeinert.
Es werden außer einer Matte keinerlei Geräte benötigt, lediglich bei manchen Übungen können Hilfmittel benutzt werden, dazu zählen unter anderem Gummibänder oder Gymastikbälle.

Für welche Personen ist Pilates geignet?
Die sanften Bewegungsabläufe von Pilates sind grundsätzlich für jeden geeignet. Bereits trainierte Leistungssportler profitieren genauso wie Couch-Potatoes, die über Jahre hinweg nichts für ihren Körper getan haben. Auch Senioren und Patienten, die sich gerade von einer Verletzung erholen, sind mit Pilates sehr gut beraten. Junge Mütter, die nach der Entbindung etwas für sich tun möchten, sind ebenso willkommen wie Hausfrauen. Die Personengruppe, die sicherlich die größten Wirkungen verspüren wird, sind Büroarbeiter, die dank langer Arbeitstage und viel Stress Verspannungen aufgebaut haben, die nun abgebaut werden müssen.

Doch nicht so gesund?
Vor ein paar Jahren verunsicherte der Bericht eines großen Nachrichtenmagazins die vielen Pilates-Anhänger. Da war von Rückenbeschwerden und schweren gesundheitlichen Folgen die Rede, nachdem Frauen einen Pilates-Kurs besucht hatten. Einige Schreibtischtäter, die sich zuviel zugemutet hatten, waren gar mit einem Bandscheibenvorfall bestraft worden. Tatsächlich machen viele Frauen schlechte Erfahrungen, wenn sie ganz neu mit Pilates beginnen. Das ist bei einem Kurs, in dem sich 20 oder mehr Anfängerinnen mühen, auch eigentlich kein Wunder. Da kann selbst die aufmerksamste Trainerin nicht alle Teilnehmer im Auge behalten und sicherstellen, ob sich keine falschen Bewegungsabläufe eingeschlichen haben.
Mediziner raten daher allen Anfängern – besonders aber stark Übergewichtigen und Patienten mit Rückenschmerzen – dazu, sich die Übungen zunächst im Einzelunterricht zeigen zu lassen.