Pisa Studie - politische und pädagogische Fehler

Viele sind der Meinung, dass das deutsche Schulsystem stark ausbaufähig ist. Dies merkt man an dem Ausfall der Deutschen bei der Pisa Studie. Mehr dazu hier.


Was bedeuten die ernüchternden Ergebnisse der Pisa Studie für Deutschlands Bildungslandschaft? Seit dem Jahr 2000 überprüft das PISA (Programme for International Student Assessment)-Programm der OECD (Organisation for Economic Cooperation and Development) die Leistungsfähigkeit der Schüler einer Altersstufe. 42 Mitgliedsstaaten schickten damals ihre 15-jährigen SchülerInnen ins Rennen.

 

Notwendige Änderungen des deutschen Schulsystems

Können und Wissen auf den Gebieten Mathematik, Lesefähigkeit und Naturwissenschaften wurde überprüft.  Danach versank Deutschland im PISA-Schock. Die nationalen Ergebnisse um die Bildung der Jugendlichen fielen unerwartet niedrig aus. Danach sollten sich die Augen nicht nur auf die SchülerInnen, sondern viel mehr auf das Schulsystem wie auch auf eine nicht ausreichende Politik richten. Der Trend zum Zentral-Abitur in deutschen Bundesländern ist bei der Diskussion um eine bessere Bildung aller Schüler in Deutschland nur ein kleiner Tropfen auf den heißen Stein.

Pisa Studie
Bis heute deuten die PISA-Studien auf ein klares Defizit der deutschen Schüler beim selbstständigen Anwenden des erworbenen Wissens hin. Doch hier müssten die Lehrer ihre Unterrichtsmethoden verändern und dürften nicht mehr die Note 1 für das korrekte, dennoch stupide Nachplappern ihrer eigenen Aussage vergeben. Da das Lehrer-Organ meist jahrzehntelang die selben Themen in einer Jahrgangsstufe bearbeitet, schleicht sich Routine in den Ausführungen und Erklärungen ein. Das Frage und Antwort-Spiel bleibt unverändert und ein selbstständiges Erarbeiten der Themen ausgeschlossen.

Unterschiedliche Bildungschancen
Das Schul-Organ ist sich keiner Schuld bewusst und verweist in der Pisa Studie auf die Vernachlässigung der bestehenden IQ-Unterschiede zwischen den Bundesländern. Hieße es nicht richtig: Bildungs-Unterschiede? Doch gerade diese Bildungs-Unterschiede wurden vom PISA-Programm berücksichtigt und ausgewertet. Auch ungleiche Bildungschancen im sozioökonomischen Status wurden belegt. Kinder aus Akademiker-Familien können auf Grund ihrer Herkunft auf einen besseren Bildungsweg als Kinder aus Arbeiterfamilien hoffen. Erklärt wird dieses Phänomen keineswegs – wie böse Zungen behaupten - durch eine niedrigere Intelligenz, sondern viel mehr durch das finanzielle Verhältnis. Die Möglichkeit der schulischen Unterstützung der Kinder kann sich nicht jeder Haushalt leisten. Zusätzliches Lehrmaterial oder Nachhilfeunterricht fördern die Bildung, sind aber teure Extra-Ausgaben. Ebenso spielt das häusliche Umfeld eine große Rolle in den differenzierten Bildungschancen. Ein Schulkind, das aus finanziellen Gründen mit Geschwistern und Eltern auf engstem Raum zusammenlebt, kommt nicht zum ungestörten und aufnahmefähigen Lernen. Seine Ergebnisse sind im Vergleich demnach auch meist schlechter. Leistung scheint also wirklich mit der Herkunft in Verbindung zu stehen.

Politischer Handlungsbedarf
Ein weiterer Kritikpunkt sind Integrationsprobleme. In den alten Bundesländern wird der Bildungsstandard durch nicht integrierte Einwanderer gesenkt. Bestes Beispiel für den politischen Handlungsbedarf ist die Rütli-Schule in Berlin. 2006 erlangte die Oberschule im Bezirk Neukölln mit dem Hilferuf des Lehrer-Kollegiums traurige Berühmtheit. Der Berliner Stadtteil ist von einer übermäßigen Ausländer-Quote geprägt. Von Erziehung und Bildung blieb an der Rütli-Schule nicht viel übrig, Gewaltbereitschaft und Chaos herrschten vor. Die Integration von Immigranten-Kindern war fehlgeschlagen. Die Pisa Studie muss daher auch im bildungspolitischen Kontext betrachtet werden.