Pleiten, Pech und Pannen: Gute Seife selbermachen

Hochwertige Seife selbermachen zu können, ist eine Sache der Konzentration und Erfahrung.


Gerade Anfänger werden anfangs leider noch die ein oder andere Enttäuschung erleben. Schon kleine Patzer haben schwerwiegende Folgen. Die Seife wird bröckelig, ölig, zu weich oder weist gar kleine Löcher auf. Je nach Einzelfall muss nach dem Problem gesucht werden. Oft muss die Seife aber auch entsorgt werden, weil sie – etwa durch Einschlüsse von Natronlaugekristallen – gefährlich geworden ist. Seife selbermachen, kann auch ganz schnell zu einem Sicherheitsrisiko werden – deshalb lesen Sie unsere Hinweise am Ende der Seite bitte besonders sorgfältig.

Qualitätssicherung der Seife
Mit sogenannten Seifenrechnern im Internet können Sie jede Zutat grammgenau berechnen und diesen Aufwand müssen Sie in Kauf nehmen. Einerseits, um eine brauchbare Seife zu erhalten, andererseits, um sich keine Verätzungen zuzuziehen. Auch eine sehr genaue Waage ist eine Anschaffung, die sich auszahlen wird. Mit Ihrer Erfahrung wird auch Ihre Beobachtungsgabe zunehmen. Beobachten Sie das fertig Produkt ganz genau, denn manchmal kann es dazu kommen, dass bestimmte chemische Prozesse nicht richtig oder vollständig ablaufen. Dann muss die Seife aus Sicherheitsgründen wohl oder übel entsorgt werden. Nach der mehrwöchigen Ruhezeit sollten Sie das Produkt auch mit einem pH-Indikator testen.

Den pH-Wert beachten
Um gute Seife selbermachen zu können, sollten Sie ein wenig über den pH-Wert wissen. Darunter versteht man die Messeinheit für Säuren und Basen. Die Skala reicht von 1 bis 14. An dem einen Ende der Skal findet man die Säuren, am sauersten ist der Wert 1, am anderen Ende liegen die Basen/Laugen mit einem Extremwert von 14.
Der Säuremantel auf der Haut, der durch körpereigenes Lecithin und Hornfett gebildet wird, entspricht etwa dem Wert von 5,5.
Frisch hergestellte Seife darf unter keinen Umständen sofort genutzt werden, da der Natriumhydroxidanteil noch viel zu hoch ist.

Sicherheitsmaßnahmen einhalten
Bei Natronlauge handelt es sch um eine gefährliche Chemikalie, die auch dementsprechend behandelt werden muss. Tragen Sie während des gesamten Prozesses des Seife selbermachens eine Schutzbrille, dicke Gummihandshuhe und eine Plastikschürze. Schon winzige Laugenspritzer können zu starken Verätzungen oder bei Augenkontakt zur Erblindung führen. Der Raum sollte immer gut durchlüftet sein, denn es entwickeln sich ätzende Dämpfe. Halten Sie auch unbedingt Wasser bereit, falls es dennoch zu kleineren Unfällen kommt. Sollten Sie Ihre Küche zum Seifensieden nutzen, achten Sie darauf, alle Natriumlaugen-Kristalle sehr sorgfältig zu entfernen. Schon kleinste Spuren reichen aus, um schwere Verätzungen hervorzurufen.

Konzentration ist alles
Kinder sollten, wenn Sie Seife machen, bei den Großeltern bleiben, Haustiere sollten sicher untergebracht sein. Damit Sie sich konzentrieren können, sollten Sie alle möglichen Störquellen ausschalten, Telefon und Fernseher sind aus und auch die Haustür wird nicht beantwortet.
Stellen Sie alle Gefäße und Zutaten in Griffbreite, die Töpfe sollten möglichst groß sein, sodass nichts herausspritzen kann.