Plitvicer Seen: Nationalpark in Kroatien

Der Nationalpark Plitvicer Seen gehört zu den meist besuchten Reisezielen in Kroatien und ist zudem seit 1979 als eines der ersten Naturdenkmäler in das UNESCO Weltnaturerbe aufgenommen worden.


Der Nationalpark Plitvicer Seen, der größte Kroatiens und als Teil des südosteuropäischen Karsgebietes der älteste der Region, ist ein Naturreservat der Superlative. Berühmt für seine Kaskaden-förmig angeordneten Seen, stellt der Nationalpark ein Naturphänomen dar. Die Seen entstanden durch den Zusammenfluss kleiner Flüsse und unterirdischer Karstzuflüsse, die zunächst seichte Becken bildeten (kroatisch pličina oder plitvak), wo das Wasser durch Travertinbarrieren aufgestaut wurde. Diese Barrieren bilden sich durch ein Wechselspiel von Fließwasser, Luft und Vegetation und trennen die Seen, die alle in einer Fließrichtung liegen, voneinander; die meisten liegen an der Oberfläche, aber auch einige darunter – ein einzigartiger Naturvorgang.

Ein Gebiet der Naturphänomene

Die Plitvicer Seen haben eine phantastische Lage, im Zentrum Kroatiens, umgeben von zahlreichen Bergen, fast an der Grenze zu Bosnien und Herzegowina und nur etwa sechzig Kilometer von der Küste entfernt. Die unterschiedlichen klimatischen Einflüsse sowie die Höhenunterscheide innerhalb des Schutzgebietes haben eine besonders vielfältige Flora und Fauna hervor gebracht. Das Gebiet gilt als eines der biologisch bedeutsamsten Kroatiens. Es heißt, dass am Rande der Seen noch alle Tierarten existierten, die es schon gab, bevor der Mensch auftauchte. Das kommt weltweit äußerst selten vor. Selten ist auch, dass der Nationalpark kein verlassenes oder abgeschiedenes Naturreservat darstellt, sondern immer Schauplatz menschlichen Wirkens und historischer Ereignisse war. Es erlebte bewegte Zeiten zwischen Aufschwung und Zerstörung an der Grenze zwischen abendländischer und orientalischer Kultur.
Historischer Ereignisse
Das Gebiet gehörte zum Römischen Reich, bevor die Kroaten in die Gegend kamen. Sie verloren es 1493 in einer verheerenden Schlacht an die Türken, die mehrmals, wenn auch nur für kurze Zeit, die Kontrolle über das Gebiet der Plitvicer Seen hatten. Später kam Napoleon und gründete die Illyrischen Provinzen, ihm folgten wieder die Habsburger. Die bewegte Historie hat der Natur nicht gerade gut getan. Auch die ersten touristischen Investitionen Ende des 19. Jahrhunderts fügten der Natur teilweise irreparable Schäden zu. Das führte im Jahre 1896 zur Gründung der 'Gesellschaft für die Erhaltung der Plitvicer Seen', aber erst am 8. April 1949 wurden die Plitvicer Seen zum Nationalpark erklärt und unter strikten Naturschutz gestellt.
Der Balkankrieg der neunziger Jahre besiegelte beinahe das Ende des einzigartigen Naturgebietes. Die UNESCO musste es wegen Minengefahr auf die Liste der gefährdeten Welterben setzen. Aber nach Beendigung des Krieges wurde das Gebiet sehr schnell wieder hergestellt und um etwa 10.000 Hektar erweitert. 1998 konnte es von der Roten Liste gestrichen werden. Nun sind hier sogar noch wild lebende Bären und Wölfe anzutreffen, was sonst kaum mehr in anderen Naturparks vorkommt.

Der Nationalpark Plitvicer Seen ist gut erreichbar

Der Park ist über die Autobahn A1 und die Nationalstraße D1 Zabreb-Split gut zu erreichen. Busse fahren von von Zagreb, Split, Karlovac und Zadar. Zur Vorbereitung auf einen Besuch der Plitvicer Seen eignet sich ein Video-Abend mit den Karl-May-Filmen, für die einige der See- und Wasserfallszenen im Nationalpark gedreht wurden.