Grundsätzlich sind Polypen Ausstülpungen der Schleimhaut, zum Beispiel im Darm. Im Volksmund sind mit dem Begriff Polypen allerdings vergrößerte Rachenmandeln gemeint. Die Rachenmandeln haben die Aufgabe Krankheitserreger abzufangen, die über die Nase in den Körper eindringen wollen. Wenn diese sich erheblich vergrößern, spricht man von Adenoiden („Polypen“). Vor allem bei Kindern bilden sich Polypen.
Ursachen
Für ein vermehrtes Vorkommen von Polypen im Rachen können unterschiedliche Faktoren verantwortlich sein. Ein anhaltender Schnupfen oder Erkältungen sowie Nasennebenhöhlenentzündungen können vor allem bei Kindern die Bildung von Polypen anregen. Des Weiteren können in staubiger, warmer Luft Pilze (Mykosen) vorhanden sein, die eine Bildung von Polypen im Rachen fördern. Das Schleimhautwachstum kann außerdem durch Pollen oder weiteren Allergenen angekurbelt werden und für Allergiker zum Problem werden.
Symptome
Wenn sich die Rachenmandeln bei Kindern stark vergrößern, spricht man von einer adenoiden Konstitution. Bei den Erkrankten lassen sich nasales Sprechen und Atmen mit offenem Mund beobachten. Auch nachts bleibt der Mund offen, der Patient schnarcht und schläft unentspannt. Dadurch reduziert sich die Leistungsfähigkeit und dem Kind fällt es meist schwerer, sich in der Schule zu konzentrieren.
Haben sich Polypen gebildet, atmet der Patient vorwiegend über den Mund. Dadurch kommt es häufiger zu Infekten im Rachen- und Lungenbereich. Wird das Problem nicht behoben, verschließt sich der Nasengang immer weiter und schränkt die Riechfähigkeit ein. Zudem produziert die Nasenschleimhaut mehr Sekret.
Behandlung
In den meisten fällen diagnostiziert der Hals-Nasen-Ohren-Arzt die Nasenpolypen. Sind die Polypen noch klein, stören sie den Patienten nicht und werden so auch meistens nicht von einem Arzt festgestellt. Vergrößern sich die Polypen weiter, setzten im Krankheitsverlauf die genannten Symptome ein. Der zuständige Arzt kann entweder medikamentös oder operativ gegen die Schleimhautausstülpungen vorgehen.
Eine medikamentöse Behandlung ist nur erfolgreich, wenn die Polypen noch in einem sehr jungen Stadium sind. Dann kann mittels Kortison (in Form von Nasenspray oder Tabletten) Abhilfe verschafft werden. In einigen Fällen sorgt auch die Verabreichung von Antiallergika für positive Ergebnisse. Sind die Polypen Folge einer Allergie, muss ein Test gemacht werden, um eine erneute Polypenbildung zu verhindern.
In den meisten Fällen werden die Polypen operativ unter örtlicher Betäubung entfernt. Eine Metallschlinge wird um den Polyp gelegt und durch das Zuziehen abgetrennt. Eine andere Möglichkeit ist die Entfernung durch eine Laserbehandlung. Diese hat einige Vorteile: Gewebeschonung, schnelle Heilung, weniger Blutungen.
Prävention nach erfolgreicher Behandlung
Wurden die Polypen erfolgreich entfernt, muss die Nasenschleimhaut intensiv gepflegt werden. Das kann durch Nasenduschen oder Inhalationen erfolgen. Des Weiteren empfiehlt sich die Verwendung von Kortison-Nasensprays nach der OP oder der medikamentösen Therapie. Wurde die Polypenbildung durch eine Allergie gefördert, muss der Auslöser ausfindig gemacht werden. Die Nachsorge sollte sehr sorgfältig betrieben werden, da 25 Prozent der Patienten innerhalb der nächsten Jahre wieder erkranken.