Die Behandlung von Diabetespatienten ist sehr kostenintensiv. Daher ist es nicht nur im Interesse der Gesundheit nötig, präventive Maßnahmen zu treffen beziehungsweise die Gesellschaft über derartige zu informieren. Ganz wichtig ist hier die frühzeitige Risiko-Erkennung, Risikopatienten müssen bereits im Vorhinein identifiziert und aufgeklärt werden. Der Arzt kann mithilfe eines Fragebogens zunächst schon einmal das Risiko feststellen und daraufhin eine beratende Tätigkeit durchführen.
Untersuchungen weisen darauf hin, dass eine hohe Zufuhr von Nitraten und frühe Kuhmilchgabe im Säuglingsalter bei gleichzeitig kurzer Stillzeit das Risiko für Typ-1-Diabetes erhöhen. Die Hypothese über Stilldauer und Kuhmilch wird aber derzeit noch kräftig diskutiert, wissenschaftlich belegt ist dies nicht. Beim Typ-2-Diabetes ist dagegen eine hohe Zufuhr von gesättigten Fettsäuren eine Ursache für die Erkrankung. Ernährungsformen, die einen geringen Anteil an Kohlenhydraten enthalten, sind meist sehr fettreich. Die Aufnahme von langsam umsetzbaren Kohlenhydraten schützt vor der Glukosetoleranz und der Ausbildung von Typ-2-Diabetes. Wissenschaftlich sind bisher keine Präventionsmaßnahmen für Typ-1-Diabetes bekannt.
Studien zeigten, dass Menschen mit einem erhöhten Diabetes Risiko (gestörte Glukosetoleranz) mit einer Veränderung des Lebensstils das Risiko deutlich senken können. Reduzierung des Übergewichts und mehr Bewegung könne Diabetes verhindern oder wenigstens herauszögern. Das Risiko lässt sich so um bis zu 50 Prozent senken.
In einem Gesundheitsbericht der Deutschen Diabetes-Union (2008) heißt es, dass eine Gewichtsreduktion von etwa fünf bis sieben Prozent sowie 30 Minuten Bewegung an fünf Tagen in der Woche, eine Aufnahme von circa 15 Gramm faserhaltigen Ballaststoffen auf 1000 Kalorien und ein Fettanteil von weniger als 30 Prozent der täglichen Nahrung, einem Diabetes erfolgreich vorbeugt. Dabei sollte der Fettanteil von gesättigten Fettsäuren nur zehn Prozent betragen. Es wurde bestätigt, dass eine halbe Stunde sportliche Betätigung, wie Fahrrad fahren oder ein strammer Spaziergang, das Risiko an einem Diabetes zu erkranken um 36 Prozent mindert. Körperliche Anstrengungen während der Arbeit oder im Haushalt senken das Risiko um weitere 30 Prozent.
Typ-2-Diabetes erfolgreich vorbeugen
Somit lässt sich einem Typ-2-Diabetes vorbeugen! Dazu muss „einfach nur“ ein Normalgewicht angestrebt werden, etwas Bewegung in den Tag integriert werden und eine gesunde ausgewogene Ernährung stattfinden. Die Energiebilanz muss stimmen, sodass die tägliche Kalorienaufnahme den Grundumsatz zuzüglich des Leistungsumsatzes nicht übersteigt. So lassen sich krankhafte Veränderungen im Fett- und Kohlenstoffwechsel sowie des Bluthochdrucks nahezu vermeiden.
Sekundärprävention
Wenn bereits ein Diabetes festgestellt wurde, heißt es nun den Spätschäden vorzubeugen. Hierzu wird eine normale Stoffwechsellage mit einer Blutzuckeroptimierung angestrebt. Daneben müssen auch Blutfettwerte und Blutdruck in normalen Bereichen gehalten werden.
Impfung gegen Typ-1-Diabetes möglich?
Kinder, die gefährdet sind an Diabetes zu erkranken sollen bald geimpft werden um Diabetes vorbeugen zu können. Es wird derzeit getestet, ob man Kinder mit Insulin als Nasensprays oder Pulver gegen Typ-1-Diabetes immunisieren kann. Die Impfung soll die Bildung von Antikörpern gegen Insulin verhindern und bei Kindern im Alter von zwei bis sieben stattfinden. In Tierversuchen wurde diese Methode bereits erfolgreich durchgeführt.