Praktikum im Ausland: Kosten und Finanzierung

Ein Praktikum im Ausland ist teuer. Jedoch kann es durch den Staat gefördert werden.


Ein Praktikum im Ausland ist oft in der Studienordnung vorgeschrieben, wird aber auch sehr häufig freiwillig absolviert, um die späteren Berufschancen zu verbessern und Zusatzqualifikationen zu erwerben. Leider sind mit dieser Weiterentwicklung fachlicher und persönlicher Fähigkeiten hohe Kosten verbunden, die ein armer Student in den wenigsten Fällen allein tragen kann.

Kalkulation der Kosten

  • Zunächst sollten die Gesamtkosten grob zusammengerechnet werden, damit man weiß, was auf einen zukommt, und bei einem Antrag auf Förderung genaue Zahlen nennen kann. Beachtet werden sollten die Kosten für An-und Abreise, Visa, Unterkunft, Verpflegung und Versicherungen.
  • Die Kosten für die An- und Abreise richten sich nach der Entfernung des Ziellandes. Ein Visum kann bei einem Praktikum in den USA schon mal mehrere 100 Euro kosten. Die Kosten für die Unterkunft fallen, je nach persönlichen Ansprüchen und dem gewählten Land, ebenfalls unterschiedlich aus. Vor der Abreise sollte der Versicherungsschutz überprüft werden, besonders wichtig sind Kranken- und Haftpflichtversicherung. Versicherungsgesellschaften bieten Pakete an, die speziell für Auslandspraktikanten gedacht sind.
  • Indem man ein Land mit möglichst geringen Lebenshaltungskosten wählt, reduziert man die Gesamtkosten erheblich. Auch ein Land innerhalb Europas bietet interessante Angebote, es muss nicht immer Australien oder Neuseeland sein. Kürzere Praktika kosten auch weniger Geld, wenn nur ein dreimonatiges Praktikum vorgeschrieben ist, sollte es auch nur so lang dauern. Zuletzt sollte man überprüfen, ob man Anspruch auf Förderung hat.

Praktikum im Ausland: Förderungsmöglichkeiten

  • Leonardo da Vinci-Programm: Gefördert werden Praktika in Ländern der EU, außerdem Island, Norwegen, Liechtenstein und der Türkei. Es sind Zuschüsse zu den Reisekosten (bis zu 449 Euro) möglich. Weiterhin können die Kosten für Sprachkurse (bis zu 200 Euro) und die Lebenshaltungskosten (bis zu 500 Euro) mitgetragen werden.
  • Auslands-BaföG: Das Auslands-BaföG gilt für alle Praktika außerhalb Europas, für innereuropäische Praktika kommt das klassische BaföG infrage. Das förderungswürdige Praktikum muss in der Studienordnung vorgeschrieben sein, es muss der Ausbildung förderlich sein und die erforderlichen Sprachkenntnisse müssen vorhanden sein. Zudem muss das Praktikum mindestens drei Monate dauern. Der Bedarfssatz ist höher als im Inland, wodurch für viele Studierende ein Anspruch besteht.
  • Inwent: Diese Förderung gilt ausschließlich für Studierende an Fachhochschulen. Es wird finanziert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung.
  • Bildungskredit: Besonders für Studierende, die kurz vor dem Abschluss ihrer Ausbildung stehen, kommt ein Bildungskredit infrage. Hiermit sollen der Abbruch und weitere Verzögerungen verhindert werden. Es gelten die Förderbestimmungen des Bundesministeriums für Bildung und Forschung. Der Bildungskredit ist ein zinsgünstiger Kredit, der genauso wie das BaföG in Raten zurückgezahlt werden kann.
  • DAAD: Der Deutsche Akademische Austauschdienst hat mehrere Stipendien zu vergeben, unter anderem in dem Programm ERASMUS, das jedoch nur für studienbezogene Praktika gilt.