Private Kita eröffnen

Der Mangel an Kitaplätzen der öffentlichen Hand und von Sozialverbänden hat es mit sich gebracht, dass immer mehr Privatpersonen eine Private Kita eröffnen.


Eine Private Kita darf eröffnen, wer der Aufsichtsbehörde seine Sachkunde und eine entsprechende Einrichtung nachweisen kann. Als ausreichend sachkundig gilt, wer eine Ausbildung zum Sozialpädagogischen Assistenten - dem früheren Kinderpfleger – abgelegt hat. Eine solche Ausbildung erfolgt an Fachgymnasien und endet mit der Fachhochschulreife. Darüber hinaus muss derjenige, der eine Private Kita eröffnen will, vertrauenswürdig sein. Er darf also nicht unlängst Insolvenz angemeldet haben und auch keine Steuerschulden haben. Natürlich darf auch nicht vorbestraft sein, wer eine Private Kita eröffnen will. Die Voraussetzungen müssen der Aufsichtsbehörde durch Abschusszeugnis, Führungszeugnis und Steuerliche Unbedenklichkeitsbescheinigung nachgewiesen werden.

 

Nachweis von ausreichend Räumen und Ausstattung

  • Wer eine Private Kita eröffnen will, muss der Aufsichtsbehörde überdies nachweisen, dass er über ausreichend Räume verfügt und dass deren sanitäre Ausstattung der Zahl der aufzunehmenden Kleinen entspricht. 

 

  • Wer ganztags betreuen will, muss Schlafmöglichkeiten vorhalten. Es muss die Möglichkeit zur Einnahme von Mahlzeiten gegeben sein, das erforderliche Spielzeug muss vorgehalten sein und ausreichend Platz für den Aufenthalt im Freien vorhanden sein.

 

Auch eine Private Waldkita ist möglich

  • Die erforderlichen Räumlichkeiten, um eine Private Kita eröffnen zu können, können bescheidener sein, wenn an eine Wald-Kita gedacht ist. Dass so etwas geht, kann man im ostholsteinischen Malente beobachten. 

 

  • Ein Sozialpädagogischer Assistent betreibt dort eine derartige Private Kita. Seine wichtigste Ausstattung ist ein großer Bollerwagen, in dem er seine Pfleglinge fördert. In die Wohnung kehrt er nur zur Körperpflege und für die Mahlzeiten seiner Schützlinge zurück.

 

Überschaubare Zahl an Schützlingen

  • Um eine Private Kita eröffnen zu können, muss der künftige Betreiber der Aufsichtsbehörde ein Konzept der beabsichtigten pädagogischen Arbeit vorlegen und angeben, wie viele Schützlinge er / sie aufnehmen will. 

 

  • Die Höchstzahl an Kindern wird von der Aufsichtsbehörde festgelegt. Wer sie überschreiten will, muss sich mit einer Mitarbeiterin / einem Mitarbeiter zusammen tun. Deren Sachkunde muss nachgewiesen werden.

 

Kunden und Pflegesätze

  • Wer eine Private Kita eröffnen will, muss sich seine Kunden selbst suchen. Veröffentlichungen in der Tagespresse sind hilfreich. Die Pflegesätze sollten mit der Aufsichtsbehörde besprochen werden.

 

  • Die Pflegesätze müssen auf jeden Fall kostendeckend sein. Sie nach der Eröffnung heraufzusetzen, ist wenig werbewirksam. Und eine spätere Herabsetzung macht sich auch nicht gut.