Private Krankenversicherung für Grenzgänger – Informationen und Tarife

Eine private Krankenversicherung für Grenzgänger schützt den Versicherten sowohl im Arbeitsland als auch in dem Land, in dem der Wohnsitz liegt.


Arbeitsplätze im Ausland sind attraktiv – doch dafür muss man nicht unbedingt auswandern. Wer in einem Land wohnt, aber in einem Nachbarland arbeitet, wird als Grenzgänger bezeichnet. Auch wenn man einen Zweitwohnsitz im Beschäftigungsland hat, muss man mindestens einmal pro Woche zwischen beiden Ländern pendeln, damit man den Status eines Grenzgängers behält. Um dieser besonderen Situation gerecht zu werden, kann man eine private Krankenversicherung für Grenzgänger abschließen, die im Arbeits- und Wohnland gilt.

Leistungen und Kosten

  • Eine private Krankenversicherung für Grenzgänger beinhaltet zunächst einmal die üblichen Vorteile einer privaten Krankenversicherung: In dem Land, in dem man wohnt, erhält man je nach Tarif Behandlungskosten und Kosten für Arztbesuche erstattet, außerdem sind Zusatzleistungen wie Heilpraktikerbehandlungen inklusive. Manche Versicherungsgesellschaften erstatten auch Beiträge teilweise zurück, wenn die Versicherung nur wenig in Anspruch genommen wird. Darüber hinaus deckt eine private Krankenversicherung für Grenzgänger Kosten ab, die bei einmaligen und längeren Behandlungen im Arbeitsland entstehen. Auch ein Krankenrücktransport aus dem Arbeitsland bei besonders schweren Fällen sollte im Leistungsumfang enthalten sein.
  • Wie viel eine private Krankenversicherung in Deutschland genau kostet, hängt nicht vom Einkommen, sondern vom Eintrittsalter, Geschlecht, Vorerkrankungen sowie dem gewünschten Leistungsumfang ab. Zahnzusatzversicherungen sollten immer in Deutschland abgeschlossen werden, da es dort oft eine breitere Auswahl an Angeboten gibt als im Ausland. Viele private Krankenversicherungen, die speziell auf Grenzgänger ausgerichtet sind, beinhalten außerdem die Erstattung der Zahnbehandlungskosten sowie eine anteilige Erstattung der Zahnersatzkosten.

Beispiel Schweiz

  • Eines der beliebtesten Arbeitsländer für deutsche Grenzgänger ist die Schweiz. Normalerweise muss jeder, der in der Schweiz arbeitet – unabhängig vom Wohnort – in der Schweiz eine Krankenversicherung haben. Durch das Personenfreizügigkeitsabkommen zwischen der EU und der Schweiz gibt es aber eine Sonderregelung: Man kann eine Befreiung von der Krankenversicherung in der Schweiz beantragen. Dafür muss man nachweisen, dass man in dem Land, in dem man wohnt, eine gleichwertige Versicherung abgeschlossen hat. Außerdem sind auch die Familienangehörigen des Grenzgängers, die nicht selbst erwerbstätig sind, in der Schweiz versicherungspflichtig. Sie kann man ebenfalls von der Versicherungspflicht befreien.
  • Entscheidet man sich doch dafür, auf die Befreiung zu verzichten und eine private Krankenversicherung für Grenzgänger in der Schweiz abzuschließen, muss man das selbst übernehmen, da der Arbeitgeber dafür nicht zuständig ist. Die Tarife für eine private Krankenversicherung in der Schweiz enthalten fast immer einen Selbstbehalt von meist zehn Prozent der Kosten. Das heißt, dass man bei Arztbesuchen und im Krankheitsfall diesen Prozentteil der anfallenden Kosten selbst bezahlen muss. Behandlungen im deutschen Grenzgebiet deckt die private Schweizer Versicherung meist auch ab und bei akuten Fällen gilt sie weltweit.