Privater Darlehensvertrag – was sollte man beachten

Bei Geld hört die Freundschaft auf, deshalb ist auch derjenige, der privat Geld verleiht, gut beraten wenn er sein Darlehen in einem Vertrag juristisch fundiert absichert


Wer kurzfristig einen Darlehensbetrag benötigt, um einen vorübergehenden finanziellen Engpass zu überbrücken, findet im Privatdarlehen eine interessante Alternative zum aufwändigen Antrag eines Bankdarlehens: ein privater Darlehensvertrag. Da aber auch der private Darlehensgeber sein Geld ordnungsgemäß zurückgezahlt bekommen möchte, gilt hier ebenfalls: keine Auszahlung ohne eine vertragliche Absicherung. So kommt es in Zweifelsfällen nicht zu Unstimmigkeiten und zu einem unnötigen Rechtsstreit. Nicht jeder hat die Möglichkeit, zur fachgerechten Aufsetzung eines privaten Darlehensvertrages einen Juristen einzuschalten, zumal das zusätzliche Kosten verursacht. Das ist auch nicht nötig. Ein rechtsgültiger privater Darlehensvertrag kann von den Parteien selbst aufgesetzt werden. So ein privater Darlehensvertrag sollte nur einige formale Faktoren berücksichtigen, dann sind beide Seiten abgesichert und es kommt später nicht zu Unstimmigkeiten.

Privater Darlehensvertrag – Wer gibt eine rechtsverbindliche Willenserklärung ab?
Ein Vertrag stellt bekanntermaßen eine rechtliche Willenserklärung zwischen zwei Personen dar. Aus diesem Grunde ist es wichtig, dass beide Personen eindeutig aufgeführt werden. So sind die ersten und wichtigsten Bestandteile, die ein privater Darlehensvertrag enthalten muss, die exakte Bezeichnung von Darlehensgeber und Darlehensnehmer mit vollem Vor- und Zunamen und der aktuellen Anschrift. Damit unterschieden werden kann, wer das Geld verleiht und wer es sich leiht, wird als erstes der Geldgeber aufgelistet mit dem Zusatz „Im folgenden Darlehensgeber genannt“ und anschließend der Darlehensnehmer mit dem analogen Zusatz „Im folgenden Darlehensnehmer genannt“. Damit sind die beiden Vertragsparteien ordnungsgemäß aufgeführt. Nachdem geklärt wurde, zwischen welchen Parteien die Willenserklärung abgegeben wird, kann nun im eigentlichen Vertrag festgehalten werden, was beide Parteien miteinander vereinbaren.

Privater Darlehensvertrag - Die vertraglichen Bestandteile
Verträge werden immer in Paragraphen beziehungsweise in Punkten aufgeführt. So wird im ersten Paragraphen festgehalten, wie hoch der Darlehensbetrag ist und wofür das Geld gedacht ist, also der Darlehenszweck. Der zweite Paragraph regelt, wann und auf welche Weise der Darlehensbetrag übergeben wird: entweder in bar oder durch Überweisung auf die Kontoverbindung des Darlehensnehmers. Der dritte Paragraph ist der wohl wichtigste Vertragsbestandteil: er enthält die Modalitäten zur Darlehenstilgung. Hier wird genau aufgelistet, bis wann und wie das Darlehen zurückzuzahlen ist. Dazu gehören die Kontonummer des Darlehensgebers und die Vereinbarung, in welchen Raten das Darlehen abgetragen werden soll. Ein privater Darlehensvertrag regelt anschließend im vierten Pargraphen die Verzinsung. Wird auf Zinsen verzichtet, sollte der Paragraph dennoch aufgelistet werden mit dem Hinweis, dass der Zinssatz in diesem Falle 0% beträgt. Werden Zinsen vereinbart, gehört ein ausführlicher Tilgungsplan mit Zinsberechnung in der Anlage dazu. Der Darlehensgeber tut gut daran, wenn er sich – trotz allen Vertrauens zum Darlehensnehmer – im fünften Paragraphen eine Kündigungsklausel einbaut, die ihm gestattet, den Darlehensvertrag sofort dann zu kündigen, wenn der Darlehensnehmer mit drei Raten in Verzug geraten ist. In diesem Falle würde der Darlehensvertrag nichtig und die restliche Vertragssumme sofort fällig. Paragraph sechs lässt Raum für evtl. sonstige Vereinbarungen, die handschriftlich eingetragen werden können.

Die Salvatorische Klausel ist unverzichtbar

Dem siebten und letzten Paragraphen kommt eine besondere Bedeutung zu und er sollte unter keinen Umständen vergessen werden: die Salvatorische Klausel. Hier wird im Wortlaut festgehalten, dass – falls einzelne Vertragsklauseln juristisch unwirksam sein sollten – die übrigen Klauseln davon ausgenommen sind und weiterhin ihre Gültigkeit behalten. Wörtlich heißt die Salvatorische Klausel: „Für den Fall, dass einzelne Vertragsklauseln unwirksam sein sollten, wird die Rechtswirksamkeit der übrigen Vertragsteile nicht berührt.“ Es kann nämlich immer einmal geschehen, dass Gerichte einzelne Vertragsklauseln für juristisch unwirksam erklären. Fehlt die Salvatorische Klausel, wäre damit der gesamte Vertrag sofort unwirksam. So aber bleibt der Vertrag bestehen, nur einzelne Klauseln werden außer Kraft gesetzt. Zum Schluss werden nur noch die Unterschriftenzeilen, auf denen beide Vertragsparteien mit Ort und Datum eigenhändig unterschreiben, gesetzt und ein professioneller privater Darlehensvertrag ist fertig.