Pro Ana Brief - \"Ana\" als beste Freundin

Pro Ana Brief: \"Ana\" hat für ihre Anhängerinnen einen Brief geschrieben, den man im Internet finden kann.


Die Krankheiten werden personifiziert und sollen zur besten Freundin werden. Daher wurden die Namen der Bewegungen mit Mädchennamen abgekürzt. In dem Pro Ana Brief erklärt „Ana“, dass sie von nun an deine beste und einzige Freundin sein wird. Ana erzählt, dass sie viel Zeit in dich hineinstecken möchte. Dafür soll auch viel Zeit in sie investiert werden.

Suggerieren und provozieren

In dem Pro Ana Brief wird vermittelt, dass man von Freunden und Eltern belogen wird und diese von einem in Wahrheit enttäuscht sind. Man hat sich mit dem Kalorienzählen zu beschäftigen und damit wie dick man doch ist. Der Brief untergräbt das angeschlagene Selbstwertgefühl der Betroffenen weiter. Die Selbstzweifel und Ängste der Erkrankten werden verstärkt. Er vermittelt den Magersüchtigen unbegründete Schuldgefühle, für die sie sich bestrafen müssen, indem sie hungern und sich Schmerzen zufügen. Es wird suggeriert, nie die Traumfigur erreichen zu können, aber es dennoch versuchen zu müssen. Dünn zu sein soll nun das oberste Ziel sein. Ein, bis auf die Knochen abgemagerter Körper, ist das zu erreichende Schönheitsideal. Auch die Angst vor einer Gewichtszunahme wird weiter geschürt. Selbstzerstörerische Kontrolle über das Essverhalten wird von „Ana“ gefordert.

Die Gefahren von Pro Ana

Für die Anhänger von Pro Ana/Mia ist dieser Brief wie die Bibel. Sie nehmen ihn vollkommen ernst und versuchen nach ihm zu leben. Dass dies über kurz oder lang nicht gut gehen kann, ist nicht schwer nachzuvollziehen. Ist man erst einmal so einer Gruppe beigetreten, wird man in den seltensten Fällen nach Hilfe suchen, denn Ana verbietet es einem. Das und der Umstand, dass sich die Mitglieder dieser Gemeinschaften gegenseitig immer tiefer in die Essstörungen hereinziehen, macht solche Seiten sehr gefährlich für Erkrankte. Betroffenen zu verbieten diese Seiten zu besuchen oder sogar den Zugang zum Internet zu verweigern, wird keinen Erfolg bringen. Sie werden weiterhin eine Möglichkeit finden, diese Seiten aufzusuchen. Sie können auf Computern bei Freunden, in der Schule, auf der Arbeit oder in Internetcafés zugreifen. Eine ständige Überwachung des Essgestörten wird die Krankheit verstärken, denn sie ist ein Ausdruck ständiger Kontrolle und fehlenden Entfaltungsmöglichkeiten. Mit diesen Maßnahmen wird man erreichen, dass die Betroffenen protestieren und sich weigern der Krankheit zu stellen. Man treibt sie weiter in eine Isolation hinein. Leider macht es auch wenig Sinn diese Seiten in Deutschland zu verbieten, da die Anbieter einfach vom Ausland aus agieren können. Große Internetportale und Provider verbieten aber mittlerweile Texte mit solchen Inhalten auf ihren Seiten beziehungsweise Servern.