Problematik: Negatives Vater-Tochter-Verhältnis

Was passiert wenn zwischen Vater und Tochter etwas nicht stimmte, oder eine Vaterfigur gänzlich fehlte?


Wenn man von einem negativen Vater-Tochter-Verhältnis spricht, so gibt es viele Gründe für die Existenz eines solchen. Da kann die ständige Abwesenheit des Vaters, ein konfliktreiches Verhältnis mit viel Gleichgültigkeit und wenig Liebe, oder ein zu nahes Verhältnis mit sexuellem Missbrauch eine große bis unüberwindbare Rolle im zukünftigen Leben der Tochter spielen. Nicht selten sind dann Psychotherapien nötig, um den Schatten des Vaters und sämtliche negativ prägende Erfahrungen zu vertreiben.

Die fehlende Identität
Die Auswirkungen können ganz verschiedener Natur sein, sind aber meist maßgeblich, wenn es um Dinge wie Karriere oder Liebesbeziehungen geht. Im Generellen aber kann man zwischen zwei negativ geprägten Töchtertypen unterscheiden. Und immer sind dann die Hauptprobleme mangelndes Selbstbewusstsein bis hin zu Ansätzen von Selbsthass. Je nachdem, ob eine Vaterfigur ganz fehlte, oder ob es um ein massiv gestörtes Verhältnis ging, sind diese Züge dann abzustufen. Bei fehlender Vaterfigur ist auffällig, dass Frauen sich oftmals mit der Frage „Wer bin ich?“ beschäftigen. Psychotherapeuten reden von fehlender Identifikation, die im besten Falle von anderen Mitgliedern der Familie ausgefüllt werden kann. Da dies aber nur ganz selten stattfände, würden sich die Frauen später unbewusst in andere Aufgaben stürzen und sich versuchen darüber zu identifizieren.

Typ eins: Die Amazone
Der erste Frauentyp, der unter einer schlechten oder nicht vorhandenen Beziehung zum Vater litt, zeichnet sich durch Stärke aus. Was sich jetzt erstmal so nicht negativ anhört, ist es aber dann, wenn diese nur da ist, um Selbstverachtung, Selbstzweifel, Lebensangst, Gefühlen von Sinnlosigkeit und Identitätsverlust zu verdecken. Diese sogenannte Amazone kann mit ihren eigenen Schwächen nicht offen umgehen und sieht sich oft als Fehler in der Gesellschaft. Nach außen hin präsentiert sie sich als erfolgreiche, selbstbewusste Frau, die keinen Menschen braucht, sondern alles allein bewältigen kann. Diese typischen männlichen Merkmale, die sie sich anzueignen versucht, können aber nicht immer verbergen, wie es wirklich in ihr aussieht. In einer Beziehung beispielsweise, versucht sie viel zu oft unerfolgreich die Ängste, die sie hat zu überspielen. Ein Partner, der merkt, dass etwas nicht stimmt, versucht sie dann natürlich zum Reden zu bringen. Da dies für die Amazone aber wieder etwas ist, dass ihr Angst macht – Angst davor mit den eigenen Schwächen nicht akzeptiert zu werden – kann es hier zu Konflikten kommen, die für den Partner dann unverständlich sind.
Solche Frauen ziehen es meistens vor, keine Beziehungen einzugehen. Zumal auch die Angst wieder verlassen zu werden, wie vom Vater, allgegenwärtig ist.