Prognose Herzinfarkt: Lebenserwartung vermindert?

Über die Hälfte der Personen die einen Herzinfarkt erleiden, sterben an ihm, noch bevor sie das Krankenhaus erreichen. Erst einmal dort angelangt, sieht die Prognose um einiges besser aus und die Lebenserwartung muss nicht gemindert sein.


Der Herzinfarkt ist eine der häufigsten Todesursachen in der Bundesrepublik Deutschland. Mehr als die Hälfte der Betroffenen sterben noch vor der stationären Aufnahme. Durch die Einführung der Betreuung auf der Intensivstation konnte die Sterberate während der medizinischen Beobachtung auf vier bis 12 Prozent reduziert werden, die früher noch bei etwa 30 Prozent lag. Allerdings ist die Sterberate vor einer klinischen Versorgung seit etwa 30 Jahren nahezu unverändert. Das Sterberisiko ist in den ersten Tagen nach einem Infarkt noch ziemlich hoch, da jederzeit Komplikationen auftreten könnten. Sind diese Tage aber problemlos überstanden worden, ist die Prognose für eine Genesung des Patienten relativ gut. Allerdings müssen auch noch mehrere Wochen nach dem Infarkt Behandlungen und Kontrollen stattfinden.

Herzinfarkt bei älteren Menschen
Eine besondere Tatsache stellt sich bei älteren Menschen dar. Aufgrund des demografischen Wandels werden die Menschen immer älter, auch die Rate der Herzerkrankungen nimmt zu.
Ältere Patienten nehmen eine Sonderstellung innerhalb der Herzinfarktstatistik ein. Denn bei ihnen treten häufiger ernste Begleiterkrankungen – beispielsweise Diabetes oder Nierenprobleme – auf, welche die Prognose negativ beeinflussen. Zudem ist bei ihnen der Zeitraum zwischen dem Auftreten der ersten Beschwerden und der Aufnahme im Krankenhaus länger als bei jüngeren Patienten. Denn ältere Menschen verfügen in der Regel nicht über ein derart gut ausgebautes soziales Netz wie jüngere Menschen. Die Folge: Bis zum Eintreffen des Notarztes vergeht wertvolle Zeit.

Untersuchungen nach dem Klinikaufenthalt
Blutdruck und Zuckerwerte müssen behandelt und normalisiert werden. Außerdem sollten die Patienten ihr Leben lang Aspirin oder ähnliche Medikamente zur Hemmung der Blutgerinnung, sowie Medikamente zur Senkung des Cholesterinspiegels einnehmen. Der Patient selber kann auch zur Genesung beitragen, indem er regelmäßig Sport oder zumindest kleine Spaziergänge macht. Ein Sportprogramm sollte jedoch erst auf ärztlichen Rat erfolgen und weiterhin unter dessen Beobachtung stehen, um den Körper und das Herz nicht zu überlasten. Das Rauchen muss stark reduziert oder am besten ganz aufgegeben werden. Zudem sollte eine gesunde und ausgewogene Ernährung eingehalten werden, unter anderem auch zur Gewichtskontrolle. Denn gerade übergewichtige Menschen leiden aufgrund der hohen Cholesterinwerte unter einem größeren Infarktrisiko.