Wer schon einmal einen Pickel hatte, kennt das Problem. Man denkt den ganzen Tag an nichts anderes mehr. Werden alle nur darauf starren? Man sieht ständig in den Spiegel und ein normaler Tagesablauf ist kaum mehr möglich. Wenn dann noch die Umwelt mit Unverständnis, Gelächter oder gar Ablehnung reagiert, sind psychische Ernstfolgen vorprogrammiert.
Haut der Spiegel der Seele
Oft wird die Haut als der Spiegel der Seele betrachtet. Obwohl bisher wissenschaftlich nicht belegt, scheint es doch so zu sein, dass unsere Haut mitleidet, wenn es unserer Seele nicht gutgeht. Unsere innere Unruhe äußerst sich in höherem Nikotinkonsum, ständigem Herumgezupfe am Gesicht und Kratzen. Wenn es um Akne geht, ist dieses Verhalten natürlich fatal, denn wird hemmungslos gejuckt und ausgedrückt, verteilen sich die Bakterien im ganzen Gesicht, aus ein paar Pickeln wird ein „schönes“ Streuselkuchengesicht. Andersherum, also die Folgen auf die Seele, wenn es der Haut nicht gutgeht, ist diese Verbindung sogar noch offensichtlicher. Menschen mit Hauterkrankungen sind besonders gestraft, ist ihr Leiden doch für alle offensichtlich.
Mögliche psychische Folgen
Besonders Teenager neigen dazu, grausam zu sein. Unsportliche Moppelchen werden gnadenlos gehänselt, der Klassenbeste wird zum ungeliebten Einzelgänger und Pickelgesichter werden verspottet und gemobbt. Somit ist Akne vielmehr als nur ein ästhetisches Problem, sondern betrifft auch die Psyche eines Menschen.
Die Werbung und retuschierte Models machen uns weis, dass die Haut glatt und rein zu sein hat, wenn man Erfolg haben und dazugehören will. Da ist es nicht verwunderlich, dass Akne-geplagte nervös und unsicher sind, sobald sich erste Pickel zeigen. Das eigene Selbstwertgefühl sinkt in den Keller – bei jedem Blick in den Spiegel. Akne-Patienten sind bei jedem Treffen mit Freunden zunehmend unsicherer, ziehen sich zurück und haben irgendwann keinen Mut mehr, aus dem Haus zu gehen. Im schlimmsten Fall drohen Vereinsamung oder soziale Phobien. Selbst Depressionen und Selbstmordgedanken sind mögliche Folgen einer schweren Akne.
Dysmorphophobie – verzerrte Wahrnehmung
Oft leiden Akne-Patienten unter einer verzerrten Wahrnehmung, glauben, dass sie ein völlig verunstaltetes Gesicht haben, obwohl sich in Wirklichkeit nur einige Pickel zeigen. Manchmal kann sich dies sogar zu einer ernsten psychischen Störung auswachsen – der sogenannten Dysmorhophobie. Die Gedanken kreisen sich ununterbrochen um die Pickel, die Tageslaune wird vom Spiegelbild bestimmt. Die Betroffenen fühlen sich nicht mehr liebenswert und verstecken sich und ihr Gesicht. Am Ende erscheint nur noch eine plastische Operation der Ausweg, um die furchtbare Entstellung zu beheben.
Selbstbewusstsein stärken
So schwer es auch scheint, der Kreis der Sensibilisierung muss langsam durchbrochen werden, die Gedanken müssen von den Pickeln abgelenkt werden. Hilfreich hierbei ist der Gedanke daran, dass auch vermeintlich schöne Menschen mit unreiner Haut und sogar Akne zu kämpfen haben. Selbst Promis und Models kennen das Problem. Betroffene sollten sich im Internet nach geeigneten Foren umsehen, in denen Erfahrungen und Gefühle Tag und Nacht ausgetauscht werden können. Statt Selbstmitleid sollte das eigene Selbstbewusstsein aufgebaut werden, denn wahre Freunde beurteilen einen nicht nach dem Zustand der Haut sondern nach dem Guten in der Seele. Man sollte seine innere Stärke wiederentdecken und trotz Pickel das tun, worauf man Lust hat.