Psychische Ursachen einer Erektionsstörung

Oft hat eine Erektionsstörung auch psychische Ursachen


Früher machte man fast ausschließlich die Psyche der Betroffenen dafür verantwortlich, dass es im Bett nicht mehr klappt, heute geht man davon aus, dass nur 15 bis 20 Prozent aller Erektionsstörungen rein psychische Ursachen haben. Ist dies der Fall, löst ein sexueller Reiz keine körperliche Reaktion aus, es kommt zu keiner Erektion, obwohl diese vom körperlichen Standpunkt durchaus möglich wäre. Die Ursachen für eine sogenannte psychogene erektile Dysfunktion sind sehr unterschiedlich.

Psychische Ursachen - Botschaft der Seele
Jeder reagiert unterschiedlich auf Probleme. Während der eine sich noch mehr ins Leben stürzt, zieht der anderes sich in sein Schneckenhaus zurück und spricht mit niemandem über seine Sorgen. Fast jede Alltagssituation kann sich zu einem Problem entwickeln, das ernsthafte psychische Folgen hat. Stress auf der Arbeit, finanzielle Sorgen, Zukunftsangst, Langeweile in der Partnerschaft – bleiben solche Sorgen unverarbeitet, zeigen sie sich spätestens im Schlafzimmer. Dramatischer sind solche Dinge wie traumatische sexuelle Erfahrungen oder eine unklare sexuelle Orientierung aber auch solche Probleme sind lösbar.

Gefühlschaos wenn „er“ nicht mehr will
Kaum einen Mann wird es kalt lassen, wenn plötzlich eine Erektionsstörung auftritt. Das Gefühl, kein richtiger Mann mehr zu sein sowie die Angst vor dem neuerlichen Versagen prägen die Gedanken. Die Versagensangst führt dazu, dass sich der Mann so sehr unter Druck setzt, dass gar nichts mehr möglich ist. Jede Berührung der Partnerin löst Panik aus. In Partnerschaften lebende Betroffene fürchten obendrein verlassen zu werden. Hinzu kommen starke Schuldgefühle, weil die Partnerin nicht mehr befriedigt werden kann. Besonders junge Männer leiden zudem unter einem schwachen Selbstbewusstsein, sodass aus einem schlaffen Penis ein Weltuntergang wird, der das Leben unmöglich macht. Damit solche Emotionen nicht dazu führen, dass die Standhaftigkeit für immer verloren ist, sollte mit der Partnerin gesprochen werden. Paartherapien sind ein wichtiger Schritt, um die Probleme gemeinsam zu verarbeiten, denn eine Erektionsstörung in einer Partnerschaft sind nie nur die „Schuld“ des Mannes.

Hirnstoffwechsel außer Rand und Band
Dank der Evolution sorgt ein komplexes System aus Hormonen und Hirnbotenstoffen für positive Gefühle, die uns wiederum dazu animieren sollen, arterhaltende Maßnahmen wie Nahrungsaufnahme und Geschlechtsverkehr anzugehen. So sind unter anderem Dopamin und Serotonin für die Glücksgefühle verantwortlich, die wir beim Sex spüren. Ernsthafte psychische Erkrankungen wie Depressionen oder Angststörungen jedoch bringen dieses ausgeklügeltes System durcheinander. Jede Handlung scheint Riesenkräfte zu erfordern, selbst der Anblick einer schönen Frau oder der eigenen Partnerin löst keine Reaktion aus.
Auch Medikamente gegen Depressionen können dafür sorgen, dass es zu Erektionsstörungen kommt. Hier sollte mit dem behandelnden Arzt über einen Wechsel nachgedacht werden.

Raus aus dem Teufelskreis
Selbst wenn zu Beginn keine psychischen Gründe für eine Erektionsstörung vorlagen, heißt das nicht, dass der Geist immer gesund bleibt. Wenn es im Bett nicht klappt, hinterlässt das beim Mann unweigerlich seelische Narben. So kann sich aus einer rein organisch bedingten Impotenz auch psychische Probleme entwickeln, die weiterbestehen, wenn der Körper schon wieder gesund ist.

Darüber reden
Noch immer sind Erektionsstörungen ein großes Tabu in unserer Gesellschaft. Doch dieses muss durchbrochen werden, indem man mit anderen über seine Probleme spricht. Selbsthilfegruppen, Sexualtherapien oder eine Psychotherapie sind geeignete Maßnahmen, seine Sorgen und Ängste mit anderen zu teilen.