Psychoanalytische Therapieformen

Eine Form der Therapie ist die Psychoanalyse. Sie versucht mögliche traumatische Erlebnisse aufzudecken. Durch die Verarbeitung dieser Erfahrungen, kann eine Depression überwunden werden.


Die psychoanalytischen Therapiemethoden haben ihren Ursprung in den psychologischen Theorien von Sigmund Freud, der zentrale Grundannahmen der psychoanalytischen Krankheitslehre und Persönlichkeitstheorie formulierte. Hierunter versteht man nicht nur die klassische Psychoanalyse, dazu gehört auch die tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie, Kurzzeittherapie oder Gruppentherapie. Ziel der auf dieser Theorie basierenden Therapieverfahren ist es, mögliche Traumata, schlimme Erfahrungen und Erlebnisse aufzuarbeiteten. Unterdrückte Gefühle werden so ans Licht gebracht. Es muss eine Vertrauensbasis zwischen Patient und Arzt bestehen, sodass eine Hilfe bei der Lösung von Konflikten gemeinsam erarbeitet werden kann. Der Patient darf sich nicht bevormundet vorkommen. Die Psychotherapie stabilisiert viele psychische Prozesse, dies führt dazu, dass auch die Stoffwechselvorgänge im Gehirn verbessert werden.

Klassische Psychoanalyse
Bei dieser Therapieform äußert der Patient idealerweise all seine Gefühle, Ängste, Gedanken und Fantasien, ohne dabei auf moralische oder logische Aspekte zu achten. In der Regel hat der Patient keinen Sichtkontakt zu seinem Analytiker. Der Therapeut ist lediglich passiv an der Situation beteiligt. Der Patient kann sich somit frei entfalten und entwickeln. Dabei kommen alte und schon vergessene Ereignisse in das Bewusstsein des Patienten. Langsam aber sicher arbeitet sich der Patient so auf den Kern seines Problems hin. So wird zwar nicht unbedingt ein Symptom primär behandelt, aber die grundlegende Einsicht zu dem Problem und der eigenen Persönlichkeitsstruktur wird positiv beeinflusst. So kann der Auslöser der Krankheit verarbeitet und in Zukunft besser verkraftet werden. Der Prozess dauert jedoch recht lange, es kommt zu bis zu fünf Sitzungen in der Woche und kann mehrere hundert Stunden in Anspruch nehmen, die sich auf fünf Jahre verteilen können. Bei Depressiven wird diese Art der Therapie bis zu 300 Stunden von der Krankenkasse gezahlt, wenn ein entsprechendes Gutachten, in dem die Notwendigkeit der Therapie erklärt wird, vorliegt.

Tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie
Die psychoanalytische Psychotherapie wird bei akuten Konflikten und Belastungen des Depressiven eingesetzt. Dabei ist die eigene Lebensgeschichte (Psychoanalyse) der Hintergrund der Therapie, aber im aktuellen Fall nicht im Vordergrund. Denn es sollen die akuten Symptome der Krankheit gelindert werden. Der Patient sitzt seinem Therapeuten hierbei gegenüber, es wird viel Wert auf die Beziehung und den Dialog gelegt.
Diese Therapieform findet etwa ein bis zweimal in der Woche statt. Eine Stunde dauert 50 Minuten. Es erfolgen in der Regel 50 bis 100 Sitzungen. Auch diese Therapieform wird von der Krankenkasse übernommen, da die Wirksamkeit bei Depressionen wissenschaftlich belegt ist. Daher wird die psychoanalytische Psychotherapie bei Depressionen häufig zuerst empfohlen.