Psychologie Definition- was steckt dahinter

Die Psychologie wurde erst im 19. Jahrhundert als eigene Wissenschaft begründet. Eine Psychologie Definition ist nicht so einfach, unterteilt sie sich doch in viele verschiedene Bereiche wie etwa die Psychoanalyse oder den Behaviorismus.


Die Geschichte der Psychologie geht bis in die Antike zurück, eine einfache Psychologie Definition gibt es daher nicht.  In der Philosophie, Medizin und Naturwissenschaft wurden psychologische Phänomene seit jeher erforscht, auch wenn Psychologie damals noch nicht als eigene Disziplin anerkannt wurde. Schon die bedeutenden Philosophen Platon und Aristoteles befassten sich etwa 350 v. Chr. mit der Seele und den psychischen Vorgängen.

 

Platon verfasste eine Theorie, nach der die Seele aus verschiedenen Schichten besteht. Auf dieser These basieren auch viele Gedanken von Sigmund Freud, dem späteren Begründer der Psychoanalyse.

 

Auch Aristoteles schrieb in seinem Lehrbuch der Psychologie „Über die Seele“. Zudem gilt er als der ursprüngliche Vater der Psychologie, denn er trennte als Erster die Begriffe Philosophie und Psychologie voneinander.

 

Psychologie offiziell anerkannt
Als eigene Wissenschaft wurde die Psychologie jedoch erst im 19. Jahrhundert begründet. Im Jahr 1879 rief Wilhelm Wundt an der Universität Leipzig das weltweit erste psychologische Institut ins Leben. Fortan galt Leipzig als Pilgerstätte für zahlreiche Wissenschaftler, die zur Wiege der Psychologie aus aller Welt anreisten. Viele der Schüler von Wundt gründeten später wieder ihre eigenen psychologischen Institute, so dass sich die Psychologie als Disziplin rasch ausbreitete.

Seitdem sind im Laufe der letzten Jahrhunderte zahlreiche psychologische Schulen entstanden, die sich teilweise in völlig verschiedene Richtungen entwickelt haben, wie etwa die Psychoanalyse, Behaviorismus, Gesprächs- und Verhaltenstherapie und noch viele andere mehr.

Behaviorismus – Man erforscht nur das, was man sieht!
In den 20er Jahren wurde der Behaviorismus begründet. Der Hauptgedanke ist, dass man nur beobachtbares Verhalten untersuchen kann. Da man Gedanken, Wünsche und vor allem die Seele nicht von außen beobachten kann, konzentrierten sich die Behavioristen nur darauf was ein Mensch mit bloßem Auge wahrnehmen kann und lassen alles andere außer Acht.

 

Tierexperimente vor allem mit Hunden und Ratten brachten damals faszinierende Erkenntnisse ein. Der Wissenschaftler Iwan Pawlow stellte etwa fest, dass ein Hund beim Anblick von Schinken anfängt zu sabbern. Taucht der Schinken gleichzeitig mit einem Klingelton auf, so sabbert der Hund ebenfalls. Wenn später das Klingelzeichen allein ertönt, sabbert der Hund ohne dass der saftige Schinken in Reichweite ist. Diese Erkenntnisse wurden später auch auf komplexe menschliche Verhaltensweisen übertragen.

 

Gestaltpsychologie – Die Welt als Ganzheit begreifen!
Die gestaltpsychologische Richtung entwickelte sich etwa zur selben Zeit wie der Behaviorismus. Sie basiert auf der Vorstellung, dass man eine ganze Gestalt nicht aus der Summe ihrer Teile erklären kann. Somit vertritt sie eine ganzheitliche Auffassung von den Dingen um uns herum. Die Gestaltpsychologen befassten sich entsprechend auch mit subjektiver Wahrnehmung und persönlichen Urteilen. Dabei betrieben sie so genannte Einzelfallstudien, denn die individuelle Empfindung einer einzelnen Person unterscheidet sich stets von der Wahrnehmung anderer Menschen.

Psychoanalyse – Der Seelenapparat
Als Vater der Psychoanalyse gilt der legendäre Sigmund Freud, der zu Beginn des 20. Jahrhunderts mit seinen Thesen großes Aufsehen in der Gesellschaft erregte. Als Erster sprach er damals über das Tabuthema Sexualität und revolutionierte die damals prüde und verklemmte Gesellschaftsmoral. Freud definierte das sexuelle Erleben ganz breit gefächert als das allgemeine Streben nach lustbringenden Aktivitäten und die Vermeidung von Dingen, die uns keine Lust bereiten.

Darüber hinaus sprach er von den Trieben, die sich in einem ständigen Gewissenskonflikt zwischen unserer moralischen Erziehung und der Realität befinden. Eine weitere bahnbrechende Entdeckung Freuds war auch, dass viele seelische und psychische Prozesse unbewusst ablaufen und uns daher viele unserer Ängste und Triebe nicht bewusst sind.

Humanistische Psychologie – Der Mensch im Mittelpunkt!
Als vierte psychologische Richtung gründete in den 50er Jahren Abraham Maslow die Humanistische Psychologie. Im Mittelpunkt steht hierbei der Mensch an sich mit seinen Bedürfnissen und Wünschen, die ihn zu bestimmten Handlungen und Denkweisen motivieren. Maslow war überzeugt davon, dass der Mensch am Anfang primitivere Bedürfnisse nach Nahrung, Schutz und sozialer Anerkennung befriedigen muss. Erst danach würde man sich höheren Zielen zuwenden, etwa sich selbst zu verwirklichen und nach dem Sinn des Lebens zu suchen.

Der Begründer der Gesprächstherapie Carl Rogers entwickelte diese Theorie dann weiter. Für ein gelungenes Verhältnis von Therapeut und Patient muss der Therapeut laut Rogers bestimmte Grundwerte umsetzen. So müsse man als Seelenklempner dem Patient gegenüber echt und aufrichtig auftreten und versuchen, sich in die Leidenssituation des Patienten zu versetzen und diesen als Person ganz annehmen.

Kognitive Psychologie – Moderne Informationsverarbeitung!
Diese psychologische Richtung entstand etwa Anfang der 70er Jahre und beschäftigt sich mit der Erforschung kognitiver Prozesse. Die Themenschwerpunkte sind etwa die Wahrnehmung unserer Umwelt, Denken und Lernen und allgemein die Aufnahme und Verarbeitung von Informationen.

Das Besondere an der Kognitiven Psychologie ist, dass sie bisherige Modelle und Annahmen über menschliche Denk- und Verhaltensweisen zu einer einzigen Theorie zu verbinden versucht. Psychologie wird heute dementsprechend wissenschaftlich definiert als: „Die Beschreibung, Erklärung und Vorhersage des Erlebens und Verhaltens des Menschen“. So geht die moderne Psychologie davon aus, dass das menschliche Denken und Verhalten von biologischen Prozessen in Körper und Hirn abhängig ist. Andererseits wird der Mensch auch durch äußere Reize beeinflusst und passt dementsprechend sein Verhalten an die Umwelt an.

 

So unterschiedlich die psychologischen Schulen auch sein mögen, so hat doch jede Richtung etwas Wahres und Faszinierendes an sich. Der Mensch, sagt man oft, sei „die Krone der Schöpfung“ und „ein Wunder der Natur“. So stellt die Psychologie das menschliche Wesen in den Mittelpunkt und macht es sich zum Ziel, das Wunderwerk „Mensch“ zu begreifen.So allumfassend sieht selbst eine vereinfachte Psychologie Definition aus.