Psychotherapie und Psychopharmaka: Medikamente in der Therapie

Psychische Probleme sind manchmal so schwerwiegend, dass es unumgänglich ist, dass der Patient zunächst Psychopharmaka einnimmt.


Psychotherapeuten verschreiben keine Medikamente, sie dürfen es nicht. Stattdessen versuchen sie, mittels psychologischer Strategien die seelischen Probleme anzugehen und zielen daher auf eine bewusste Konfrontation des Patienten mit sich selbst. Auf diese Weise werden Ängste und ihre Entstehung analysiert sowie alternative Verhaltensweisen aufgezeigt. Auch wenn die psychotherapeutische Behandlung in der Regel ohne Medikamentengabe auskommt, so können dennoch psychische Probleme auftreten, die eine Kombination von psychologischer und medikamentöser Behandlung verlangen. In diesem Fall arbeiten Therapeut und Arzt zusammen, Ziel der Psychotherapie ist es jedoch, eine dauerhafte Behandlung mit Psychopharmaka zu umgehen.

Einnahme von Psychopharmaka
Ob Antidepressiva, Neuroleptika, Sedativa oder Tranquillizer, all diese Medikamente gehören zur Gruppe der sogenannten Psychopharmaka, also zu den Medikamenten, die sich symptomatisch auf die Psyche des Menschen auswirken. Sie werden hauptsächlich dann verschrieben, wenn ernsthafte psychische Störungen vorliegen. Da die Medikamente direkt auf das zentrale Nervensystem des Menschen einwirken, haben sie auch sofortigen Einfluss auf dessen Verhalten, Erleben und Handeln. Das Krankheitsbild des psychisch Kranken soll auf diese Weise zum positiven verändert werden.

Risiken und Nebenwirkungen
In den letzten Jahren wurde immer wieder diskutiert, ob die Einnahme von Psychopharmaka zu einer Abhängigkeit führen kann. Untersuchungen haben jedoch belegt, dass dies nicht der Fall ist, ebenso wenig wie Psychopharmaka das Wesen eines Menschen verändern. Dies soll jedoch nicht heißen, das Psychopharmaka keinerlei Nebenwirkungen aufweisen. Gewichtszunahme, Leberschäden, Apathie oder emotionale Verkümmerung sind nur einige der vielen möglichen Nebenwirkungen, welche die Medikamente mit sich bringen. Bei schwer erkrankten Menschen ist die Einnahme von Psychopharmaka jedoch meist unumgänglich, denn es steht die sofortige psychische Besserung im Vordergrund. Erst wenn bei den Patienten eine psychische Stabilisierung zu verzeichnen ist, kann über eine weitere psychotherapeutische Behandlung und ein Absetzen der Medikamente nachgedacht werden.

Pflanzliche Heilmethoden – eine Alternative?
Johanniskraut, Baldrian, Passionsblume, Hopfenzapfen sowie Melissenblätter haben sich seit jeher als bewährte pflanzliche Heilmittel durchgesetzt. Johanniskraut ist beispielsweise für seine stimmungsaufhellende Wirkung bekannt und hilft bei Angst -und Panikzuständen, Gefühlen der Hilflosigkeit und bei leichteren Depressionen. Obwohl rein pflanzlich, kann auch Johanniskraut ein paar unerwünschte Nebenwirkungen mit sich bringen: so erhöht Johanniskraut die Lichtempfindlichkeit der Haut und vermindert die Sicherheit der Pille. Baldrian, Passionsblume, Hopfen sowie Melisse werden traditionell zur Behandlung von nervösen Zuständen und Schlafstörungen angewendet und haben keine unerwünschten Nebenwirkungen.