PU Schaum: Verwendung und Kritik

PU Schaum besteht aus der chemischen Verbindung Polyurethan, der Werkstoff zeichnet sich durch seine vielseitige Verwendbarkeit aus.


So kommt Polyurethan unter anderem auch in Matratzen, Schuhsohlen, Dichtungen und Klebstoffen zum Einsatz. Im Bauwesen ist PU Schaum ein unverzichtbarer Werkstoff. Ob zum Abdichten, Dämmen, Fixieren, Füllen von Decken- und Wanddurchbrüchen, Isolieren, Kleben, Modellieren oder Montieren von Fenstern und Türen wird immer PU Schaum verwendet. Übliche Bezeichnungen sind auch Montageschaum, Dämmschaum oder Bauschaum. Da PU Schaum nach dem Auftragen aufquillt (das Volumen kann sich um 50 Prozent steigern) ist bei Türzargen ein Spreizer einzusetzen.

 

Der Werkstoff PU Schaum

PU Schaum wird von Profis und Heimwerkern gleichermaßen eingesetzt. Die Anwendung ist ganz einfach: Dosierer mit Röhrchen auf das Ventil aufschrauben, die Dose kräftig Schütteln und nicht zu viel auftragen.
Man unterscheidet zwei Arten von Montageschaum. Beim Ein-Komponenten-Schaum befinden sich die Bestandteile in einer Aerosoldose. Wird der Schaum aufgetragen, reagieren die chemischen Stoffe mit der Luftfeuchtigkeit oder dem Wasser im Untergrund und der Schaum härtet aus. Beim Zwei-Komponenten-Schaum befindet sich der Härter in einer separaten Kartusche. Die Wirkstoffe reagieren erst beim Auftrag miteinander und härten ohne Feuchtigkeit aus, das ist vor allem bei der Verwendung in geschlossenen Hohlräumen notwendig.

Verwendung

Bauschaum klebt auf vielen bauüblichen Untergründen. Er greift auch nicht Lacke oder Metalle an. Auf Metall ist ein Schutzanstrich angebracht, damit das Wasserkondensat, durch die Temperaturunterschiede von Metall und PU Schaum nicht zur Korrosion führt und der Schaum die Haftung verliert. Eine Grundierung wird bei porösen und saugenden Untergründen notwendig. Auf Glas, Keramik und Gips ist der Bauschaum nur eingeschränkt zu benutzen. Nicht verwenden lässt sich der PU Schaum auf öligen Untergründen, Silikon und unvorbehandelten Polyethylen und Polypropylen.
Nach vollständiger Aushärtung ist der Schaum mechanisch zu bearbeiten, zum Beispiel durch schneiden oder sägen. Der Bauschaum kann gespachtelt, überputzt, gestrichen oder lackiert werden. Ausgehärtet ist der Montageschaum gegen Benzin, Laugen, Öl, Wasser und verschiedenen Lösemitteln beständig, kälte- und hitzebeständig, fäulnisresistent, langlebig und unverrottbar. Allerdings ist er nicht UV- beständig.
Als Hartschaum dient er der Dämmung und Isolierung in Sandwichelementen. Er wird werkseitig zwischen zwei Metallprofilen aufgetragen. Es entstehen Industriebauteile, die einen schnellen, gedämmten Aufbau von zum Beispiel Hallen ermöglichen. Hartschäume dämmen Wärme- und Kühlgeräte.

Was bei PU Schaum zu beachten ist

Ein Hauptbestandteil ist ein Isocyanat. Es kann Allergien, Augen-, Atemwegs- und Hautreizungen verursachen und steht im Verdacht, Krebs zu erregen. Deshalb sind bei der Verwendung Handschuhe und gegebenenfalls eine Schutzbrille und Atemmaske zu tragen. Produkte, die mehr als ein Prozent davon enthalten, müssen gekennzeichnet werden und sind nicht mehr in Selbstbedienung zu kaufen. Schädlich ist das Isocyanat solange der Schaum nicht ausgehärtet ist und es sich verflüchtigen kann. Danach ist der Schaum umweltneutral und gesundheitsunschädlich.
Frischer Schaum lässt sich mit einem acetonhaltigen Mittel oder speziellen PU-Schaum-Reinigern abwischen. Lackierte Untergründe können durch acetonhaltige Reiniger angegriffen werden. Ausgehärteter Schaum lässt sich nur mechanisch entfernen. Für entstehende bräunliche Flecken werden Spezialreiniger angeboten. Aus Textilien lassen sich Bauschaumflecken nicht entfernen.
Dosen sind Druckgaspackungen. Bei zu großer Hitze oder Druckeinwirkung sind Dosen explosionsgefährdet. Beachten Sie bitte immer die Sicherheitshinweise und Verarbeitungshinweise der Hersteller.
Leere PU Schaum Dosen enthalten immer noch Treibgase und flüssige Reststoffe, daher sind sie Sondermüll und entsprechend über Schadstoffsammelstellen oder Rückgabe an den Handel zu entsorgen.