PVC Möbel - Aufblasbares nicht nur für den Strand

Verner Panton ist Designer und Erfinder der praktischen PVC Möbel.


Ein Trend aus den 70er Jahren hält auch heute wieder Einzug in die Wohnzimmer. Pneus, Blows oder Puffs hießen sie damals, die aufblasbaren PVC Möbel. Ganze Appartements konnte man seinerzeit im Handumdrehen ausräumen, indem man einfach den Stöpsel aus der Einrichtung zog. Später konnte man sogar Bilderrahmen, Spiegel und Papierkörbe aufpusten. Der Designer Verner Panton war für diesen Trend verantwortlich.

 

Er stellte in den 60er Jahren einen aufblasbaren Hocker auf einer Möbelmesse vor. Designer aus ganz Europa griffen die Idee auf und überschwemmten den Markt mit ihren Entwürfen. Vor allem bei jungen Leuten fanden die bunten, aufblasbaren Sessel und Sofas großen Anklang. Es war schick, bodennah zu sitzen und da die Erfindung des PVC neu war, galten die Möbel als absolut modern und fortschrittlich. Außerdem konnte man seine Wohnzimmereinrichtung auch mit ins Schwimmbad nehmen und auf dem Wasser im Sessel liegen. Für Grillfeste wurde kurzerhand die Luft aus dem Sofa gelassen, um es als Sitzgelegenheit in den Garten zu bringen.

Trend für Kinder und Studenten
Auch wenn die Hochzeit der aufblasbaren Möbel lange vorbei ist, gibt es vor allem in Amerika noch zahlreiche Angebote in Sachen „Blow ups“. Auch in Deutschland kommen in jüngster Zeit immer mehr Luftmöbel auf den Markt. Besonders beliebt sind nach wie vor die Sessel und Hocker. Sie sind pflegeleicht, nicht besonders teuer, farbenfroh und abwaschbar. Man findet sie vor allem in Kinderzimmern oder Studentenwohnungen. Sehr bekannt sind auch die aufblasbaren Gästebetten, die man leicht verstauen kann, wenn sie nicht gebraucht werden. Neben den durchsichtigen PVC Möbeln gibt es heute auch beflockte Luftmöbel mit samtiger Oberfläche. Fürs Kinderzimmer ist das Angebot noch viel größer. Hier werden vom aufblasbaren Fußballsessel über die rosa glänzende Sitzecke für kleine Prinzessinnen unzählige Farben und Formen offeriert. Auch im Zuge des neuen Retro-Trends werden aufblasbare Möbel wieder gerne gekauft.

PVC ist kein umweltfreundliches Material
Wer ein Kinderzimmer oder gar sein Wohnzimmer mit Luftmöbeln einrichtet, sollte sich hüten, eine Dart-Scheibe in der Nähe aufzuhängen oder eine brennende Zigarette fallen zu lassen. Man muss die PVC Möbel zwar nicht mit Samthandschuhen anfassen und Kinder dürfen ruhig auf ihnen toben, aber spitze Gegenstände und Glut bereiten den „Blow-ups“ ein schnelles Ende. Die Entwicklung des PVC und dessen Verarbeitung hat seit den Anfängen in den 60er Jahren einen großen Sprung gemacht, dennoch muss man immer damit rechnen, dass dem Sessel durch eine undichte Naht oder ein Ungeschick die Puste ausgeht. Unbedingt bedenken sollte man, dass bei der Produktion von PVC zahlreiche Zusatzstoffe wie Weichmacher, Stabilisatoren, Farben und Substanzen hinzugegeben werden, die gesundheitsschädlich sein können. Gerade mit Billigprodukten, die extrem nach Plastik riechen, sollte man vorsichtig sein. PVC verrottet nicht und kann auch nicht wiederverwertet werden.