Quadratmeterpreise - Wie setzen sie sich zusammen

Quadratmterpreise werden für baureifes Bauland an den Investor des Baugebietes gezahlt.


Während landwirtschaftliche Flächen zu Hektarpreisen gehandelt werden, werden für Bauland Quadratmeterpreise verlangt. Die sind unterschiedlich, je nachdem, ob für das Grundstück Baurecht besteht oder es sich um Bauerwartungsland handelt. Als Bauerwartungsland bezeichnet man Flächen, die im Flächennutzungsplan der Kommune als künftiges Baugelände ausgewiesen sind. Das sind Vorratsflächen, für die irgendwann einmal ein Bebauungsplan aufgestellt werden kann. Solche Flächen stehen meist als Ganzes zum Verkauf – wenn überhaupt.

Für Bauland werden Quadratmeterpreise gefordert
Anders sieht es mit Flächen aus, für die Baurecht besteht. Das bedeutet, dass es einen rechtskräftigen Bebauungsplan gibt. Daneben gibt es Grundstücke inmitten der schon länger bestehenden Bebauung, für die nach den Sondervorschriften des Bundesbaugesetzbuches eine Bebauung möglich ist. Auch für diese werden Quadratmeterpreise verlangt. Allerdings stehen sie nur selten zum Verkauf, wie Erhebungen in Ostholstein gezeigt haben. Dort wollten die Grundstückeigentümer von über 600 zur Bebauung geeigneten Grundstücken nicht einmal ein Zehntel verkaufen. Baurecht besteht meist für zusammenhängende Flächen am Rande von Kommunen. Die werden im Normalfall von einem Investor erschlossen. Das kann der bisherige Grundstückeigentümer sein, ebenso aber auch eine Baugesellschaft. Die Quadratmeterpreise schließen neben dem anteiligen Preis für Grund und Boden die Kosten der Planung für den Bebauungsplan – mitunter auch für eine Änderung des Flächennutzungsplans – ein. Damit waren Architekten und Landschaftsplaner beschäftigt, die so gutes Geld verdient haben. Das muss wieder hereinkommen.

Grundstückspreise schließen Erschließung ein
Üblicherweise wird die Erschließungsstraße als Privatstraße vom Investor angelegt. Der bezahlt später auch den Endausbau mit Fußwegen, Parkstreifen, Beleuchtung und Grünflächen. All diese Kosten schließt er in die Quadratmeterpreise ein. Auch die Kosten für die erforderlichen Wasser-, Gas-, Abwasser-, Strom- und Fernsprechleitungen sowie etwaige Steuerungskabel muss der Käufer mit bezahlen. Meist – aber nicht immer – sind auch die Aufwendungen für die Zuleitungen zu seinem Baugrundstück mit enthalten. Die Anschlüsse im künftigen Haus selbst muss er eh bezahlen.

Auf diese Weise erhöhen sich die ursprünglichen Grundstückpreise um ein Mehrfaches. Je nach der örtlichen Lage können da mehrere hundert Euro zusammen kommen. In den Bädergemeinden der Lübecker Bucht zahlt man mehr als am Südwestende des Großen Plöner Sees. Nicht in die Quadratmeterpreise eingeschlossen sind Grunderwerbssteuer und die nach Freijahren höhere Grundsteuer für bebaute Grundstücke. Wenn das Grundstück versiegelt wurde, kann „Regensteuer“ anfallen.