Qualitätsmöbel - auf Verarbeitung und Siegel achten

Qualitätsmöbel haben ihren Preis. Doch der zahlt sich durch Langlebigkeit aus.


Qualitätsmöbel auf den ersten Blick erkennen? Das gelingt nicht immer, gerade bei den Oberflächen sind die heutigen Nachbildungen von Holzmaserungen kaum noch von echtem Holz zu unterscheiden. Aber bei Holzmöbeln helfen ein geschultes Auge und ein paar Tricks, Qualitätsmöbel von Billigware zu unterscheiden. Oberstes Gebot: Achten Sie auf die Kanten. Hier wird schnell offenbar, was dahinter steckt.

 

Bei Spanplatten werden die Kanten mit einem Kunststoff-Umleimer der gleichen Optik verschlossen. Die ist relativ leicht an den scharfen Kanten und sichtbaren Nahtstellen zu erkennen. MDF- Platten, bestehend aus mitteldichten Fasern, werden meist lackiert, lassen aufgrund ihrer besonders feinen Struktur auch weiche, abgerundete Formen zu.

Massives Holz ist nicht gleichmäßig
Massives Holz erkennt auch der Laie am leichtesten an einer nicht durchgehenden Maserung, an kleinen Fehlern und eben an den Kanten, in denen sich das Gesamtbild der Oberfläche fortsetzt. Dieses Material – und das erkennt man an den Antiquitäten – hat stets die längste Lebensdauer, gewinnt über die Jahre durch natürliche Verfärbung und Alterung noch an Charme und Wert.

Asiatisch oder Kolonialstil?
Vorsicht ist bei künstlich gealterten Möbeln geboten, wie sie teilweise aus Asien und einigen Ostblockländern auf unseren Markt kommen. Hier werden oft Stoffe eingesetzt, die für unsere Gesundheit nicht zuträglich sind. Schränke werden zum Beispiel mit Altöl auf „antik“ getrimmt, Lackierungen erfolgen mit Lösemittel-haltigen Farben. Wer hier auf Nummer sicher gehen will, kauft möglichst unbehandelte Möbel, deren Oberfläche vielleicht durch Wachs versiegelt wurde.

Gefahr aus dem Schrank?
Spanplatten werden – böse gesagt – aus Holzabfällen und Leim verpresst. Gerade die Leime standen lange im Verdacht, mit schädlichen Mitteln versetzt zu sein. Dies ist heute eher ausgeschlossen. Wer hier Markenware kauft und darauf achtet, dass möglichst keine offenen Kanten sichtbar sind- am besten erkennt man das an der Rückseite- braucht keinerlei Bedenken zu haben. Auch ein Gütesiegel wegen schadstoffgeprüfter Materialien gibt hier zusätzliche Sicherheit.

Achten Sie auf die Zeichen!
Wie so vieles sind auch Möbel in Deutschland mancher Norm unterworfen und unterliegen teils strengen Qualitätsprüfungen. Bei Polstermöbeln beispielsweise gibt es klare Aussagen über die Abriebfestigkeit von Stoffen, Regeln zur Angabe der verwendeten Grundstoffe und Farben und Einteilungen hinsichtlich der Lichtbeständigkeit. Wer auf seinem Einrichtungsplan auch ein Kinderzimmer vorgesehen hat, sollte hier auch auf entsprechende Gütesiegel achten, denn gerade Kindermöbel werden eingehend kontrolliert. Schön, wenn ein „blauer Engel“ zeigt, dass die verwendeten Farben allen Vorschriften entsprechen.

Auf die Verarbeitung achten
Ein gutes Erkennungszeichen, das aber kein Logo trägt, ist stets die Verarbeitung. So lassen sich anhand der verwendeten Scharniere und Schubladen-Beschläge schnell die „Billigheimer“ demaskieren. Auch Griffe, Nähte an Polstern und Unterseiten von Sitzmöbeln zeigen schnell, ob hier nur getackert, oder noch handwerklich verleimt oder verschraubt wurde.

Der Preis darf nicht entscheiden
Möbel sind Gebrauchsgüter, bei denen man neben der guten und gesundheitlich unbedenklichen Qualität der verwendeten Materialien auch eine hohe Lebensdauer als gegeben voraussetzen darf. Wie immer gilt auch hier der Grundsatz, dass Qualitätsmöbel ihren Preis haben, handwerkliche Arbeit mehr kosten muss, als Fabrik- oder Fließbandware.
Die vollmundig angepriesenen Sonderpreise, Rabattaktionen und Sonderangebote beruhen im Handel gerne auf dem Listenpreis. Dieser wird vom Hersteller vorgegeben und gilt als Empfehlung für den Händler. Da es in jeder Branche schwarze Schafe gibt, finden sich auch im Bereich der Möbelhersteller und Händler solche, die diese Listenpreise bewusst sehr hoch anlegen, um dann mit den genannten Rabatten auf einer eigentlich vollkommen normalen Kalkulation zu landen. Vorgeschriebene Verkaufspreise sind verboten. Vorsicht ist geboten, Vergleichen tut Not.