Radon: Durch Risse gelangt es ins Haus

Sehen, riechen oder schmecken kann man es nicht. Doch tritt Radon in erhöhter Dosis in Häusern auf, kann das bei den Bewohnern zu Lungenkrebs führen.


Radon kommt in geringen Maßen immer in der Luft sowie in Gesteinen, Böden und Wasser vor und ist dann auch vollkommen ungefährlich. Es ist ein natürliches Edelgas, das radioaktiv ist. Der Name leitet sich von Radium ab, bei dessen Zerfall es entsteht.
Es ist sowohl geruchlos, geschmacklos und farblos und deswegen nicht zu erkennen. Da es allerdings hochgiftig und krebserregend ist, sollte man beim Verdacht auf erhöhtes Auftreten von Radon im eigenen Haus unbedingt Baumaßnahmen durchführen.

Kann über den Erdboden in das Haus gelangen
Tritt es in der Natur auf, ist Radon nicht gefährlich – dafür ist die Dosis viel zu niedrig. Gelangt es aber ins Haus, wird es für den Menschen zur Gesundheitsgefahr. Nun kann es sich nämlich anreichern. Es gelangt vom Grundstück in das Gebäude, vor allem durch Risse im Fundament oder Mauerwerk, aber auch durch Zwischenräume, Treppenhäuser, Kabelkanäle oder Versorgungsschächte. Lehmböden im Keller sind ebenfalls gefährlich, da sie durchlässig sind. Wohnt man also in einem Gebiet mit erhöhter Radonkonzentration sollte man Risse und ähnliches unbedingt abdichten.

Häufiger Grund für Lungenkrebs
Atmen wir Radon draußen ein, ist es vollkommen ungefährlich. Im Haus kann es sich jedoch weniger gut verteilen und reichert sich so an. So wird es dann hochgiftig. Es setzt sich am Feinstaub ab und gelangt dann über die Atmung in die Lunge und bestrahlt sie, dadurch bekommt man Lungenkrebs. Circa sieben Prozent der Lungenkrebserkrankungen in Deutschland sind auf Radon zurückzuführen. Damit ist es direkt nach dem Rauchen die zweithäufigste Ursache von Lungenkrebs. Gerade für Kinder ist eine Radonbelastung der Luft gefährlich, da ihre Lungen viel kleiner als die der Erwachsenen sind.
Zum Teil wird die Radonbelastung im Haus durch einen radondurchlässigen Baugrund begünstigt, zum anderen dadurch wie man lüftet. Kellertüren sollten daher unbedingt abgedichtet sein und man sollte mehrmals am Tag stoßlüften.

Messungen
Messungen kosten etwa 40 Euro. Wer eine Messung durchführen will, kann bei Messstellen anfragen, dann bekommt man ein sogenanntes Radon-Dosimeter oder Exposimeter zugeschickt. Es sieht aus wie eine kleine Plastikose. Die stellt man dann für mindestens drei Monate in der Heizperiode, besser noch ein Jahr, in den Wohnraum.

Manche Gebiete besonders stark betroffen
Radon tritt nicht überall gleich stark auf. In manchen Gebieten kommt es so gut wie gar nicht vor, in anderen findet es sich verstärkt im Boden. Dazu zählen Gebiete in der Eifel, im Schwarzwald, im Bayerischen Wald, im Fichtelgebirge, im Harz, im Thüringer Wald und im Erzgebirge. Hier ist in einigen Teilen der Region ein erhöhtes Radonpotential im Boden zu finden.