Rauchen in der Schwangerschaft

Rauchen während der Schwangerschaft kann dem Kind bereits im Mutterleib erheblichen Schaden zufügen. Ein weiterer Grund, das Rauchen aufzugeben.


Besonders gefährlich ist Rauchen während der Schwangerschaft. Das ungeborene Kind ist schutzlos den zahlreichen Giften ausgesetzt. Es ist nun wichtig, umgehend das Rauchen einzustellen, um die Gesundheit und den Entwicklungsverlauf des Babys nicht aufs Spiel zu setzen.

Umfragen haben gezeigt, dass jede vierte Frau auch nach der Feststellung der Schwangerschaft weiterraucht. Manche Frau ist sich der Gefahren dieses Verhaltens überhaupt nicht bewusst. So halten sich trotz umfangreicher Aufklärungskampagnen noch viele Mythen. Eine dieser Legenden besagt, dass der Nikotinentzug auch bei dem Baby zu unangenehmen Entzugserscheinungen führt. Studien haben dies aber nicht bestätigen können.
Tatsache ist jedoch, dass rauchende Eltern, eine besondere Rolle spielt hierbei die Mutter, das Kind zum wehrlosen Passivraucher machen. Über die Nabelschnur werden all die hochgiftigen Substanzen direkt an das Ungeborene weitergeleitet. Die Babys nehmen das Nikotin über die Leber auf und scheiden es danach über die Nieren wieder aus. Es wird also bereits im Mutterleib stark an den Nieren, der Leber und den ableitenden Harnwegen geschädigt.

Extremitäten nicht vollständig ausgebildet
Der Konsum der Mutter hat fatale Folgen, nicht nur für sie selbst. Das Nikotin verengt ihre Blutgefäße, daraufhin wird die Plazenta schlechter durchblutet. Die Sauerstoffversorgung reduziert sich, da das im Rauch enthaltene Kohlenmonoxid das O2 zunehmend verdrängt. Eine ausreichende Versorgung des Ungeborenen mit Nährstoffen ist ebenfalls nicht mehr sichergestellt. Diese Mangelernährung hat unter Umständen schwere Auswirkungen. Wichtige Entwicklungsprozesse werden gestört und nicht vollständig abgeschlossen. Die Folge: das Baby kommt mit schweren Geburtsdefekten auf die Welt. Fehlbildungen an den Fingern, Händen oder Beinen können auftreten, die Lippen-Gaumen-Spalte ist ebenfalls häufig das Ergebnis eines zügellosen Tabakkonsums. Auch eine dem „Raucherbein“ ähnliche Erkrankung zeigt sich als Geburtsdefekt. Nikotin hat eine gefäßverengende Wirkung, so sind auch bei Embryos Gefäßkrämpfe oder -verschlüsse möglich. Diese können sogar zum Gewebetod führen, die betroffenen Extremitäten werden im Mutterleib nicht mehr vollständig ausgebildet und sind später als amputationsartige Stümpfe sichtbar.

Neurologische Schäden
Auch das Gehirn entwickelt sich nicht so, wie bei einer normalen Schwangerschaft. Neben den zahlreichen neurologischen Defiziten ist auch die Gehirnsubstanz weniger ausgebildet als bei Kindern nichtrauchender Eltern. Eine Minderentwicklung des Gehirns kann sich auf die Intelligenz auswirken, aber auch spätere Sprach- und Verhaltensstörungen sind nicht ausgeschlossen. Hinzu kommen Hyperaktivität und aggressives Verhalten. Die psychische Störung ADHS (Aufmerksamkeitsdefizitsstörung) tritt bei Kindern rauchender Mütter etwa dreimal häufiger auf als bei anderen Kindern. Auch Lern- und Konzentrationsschwierigkeiten in der Schule sind häufig zu beobachten.

Geburtsfehler und Minderentwicklung
Neben diesen Fehlentwicklungen des Embryos ist das Risiko von Schwangerschaftskomplikationen deutlich erhöht, so treten bei Raucherinnen überproportional mehr Früh- und Totgeburten auf. Auch die Phänomene vorzeitiger Blasensprung und vorliegende Plazenta dürfen nicht missachtet werden.
Wissenschaftler konnten im Blut Ungeborener insgesamt drei Krebs erregende Substanzen nachweisen. Diese führen zu einer Schädigung der frühkindlichen DNS. Dies kann unter Umständen dazu führen, dass das Kind an Leukämie oder anderen Krebserkrankungen im Kindesalter erkrankt. Auch geistige Behinderungen, die durch einen Gendefekt hervorgerufen werden, etwa die als Down-Syndrom bekannte Trisomie 21, sind als Folge der DNS-Schädigungen möglich.

Risiko niedriges Geburtsgewicht
Eine weitere häufig unterschätzte Gefahr ist niedriges Geburtsgewicht. Die Babys von rauchenden Müttern kommen durchschnittlich 200 bis 300 Gramm leichter auf die Welt als andere Kinder. Wenn das Baby zu leicht und klein geboren wird, obwohl medizinisch keine Frühgeburt vorliegt, spricht man von einer „Mangelgeburt“. Babys, die zu leicht geboren werden, sind anfälliger für Infekte und Erkrankungen. Das Risiko eines „leichten“ Kindes wird von Schwangeren aber oft unterschätzt. Viele glauben, dass die Geburt erleichtert würde, es sonst aber keinerlei Auswirkungen auf die Gesundheit des Kindes gäbe. Tatsache ist, dass solche Babys, die in den ersten Lebenswochen viel Gewicht zunehmen müssen, im Erwachsenenalter verstärkt mit Übergewicht zu kämpfen haben. Doch nicht nur das; die Kinder von Müttern, die in der Schwangerschaft weiter geraucht haben, werden später voraussichtlich selbst zum Glimmstängel greifen. Die Anzahl der im Blut Neugeborener nachgewiesenen Nikotinrezeptoren im Gehirn war deutlich höher als bei Kindern nichtrauchender Mütter. Eine spätere Nikotinabhängigkeit ist somit sehr wahrscheinlich.

Neugeborenes leidet an den Folgen des Nikotins
Selbst nach der Geburt sind die Auswirkungen noch spürbar. Der kleine Organismus, durch all die schädlichen Substanzen schwer belastet, muss besonders hart an der Weiterentwicklung der unvollständig ausgebildeten Organe – besonders der Lungen –arbeiten, zusätzlich muss sich das angeschlagene Immunsystem regenerieren. Atemnot und Keuchen sind nur zwei Symptome, die das Nikotin in dem kleinen Körper bewirken kann. Kinder von Müttern, die in der Schwangerschaft geraucht haben, haben eine geringere Lungenkapazität als Klassenkameraden.
Auch das Risiko des plötzlichen Kindstods (SIDS- Sudden infant death syndrome) ist deutlich höher als bei Babys, deren Mütter während der Schwangerschaft nicht geraucht haben.