Raucherentwöhnung durch Akupunktur

Raucherentwöhnung durch Akupunktur kann gezielt das Verlangen unterdrücken.


Die aus der traditionellen chinesischen Medizin stammende Technik der Akupunktur wird seit etwa 6.000 Jahren eingesetzt, um verschiedene Leiden zu bekämpfen. Gravierende Schmerzzustände, chronische Krankheiten oder Migräne werden mit der traditionellen Methode behandelt. Allen voran steht aber die Sucht: Die Gier nach Essen, Alkohol, oder eben Zigaretten, soll erfolgreich angegangen werden.Mittlerweile ist die Raucherentwöhnung durch Akupunktur weit verbreitet.

Stimulation der Energiepunkte
Nach der Philosophie der chinesischen Medizin sind alle Lebewesen von einer Energie, dem Qi, durchströmt. Dieses Qi fließt durch sogenannte Meridiane, im Körper gibt es 12 solcher Energiebahnen. Auf allen Bahnen kann man die Energiepunkte finden, insgesamt gibt es 361 von ihnen. Genau die werden bei einer Akupunktur-Behandlung stimuliert. Denn man geht davon aus, dass der Energiefluss gestört ist und wieder in Balance gebracht werden muss.
Zur Nikotinentwöhnung wird bevorzugt die Ohrakupunktur eingesetzt, aber auch die Kombination mit der Körperakupunktur ist möglich. Gewählt werden hierbei Energiepunkte, die auf Lunge, Magen und Psyche wirken. Dazu zählen der sogenannte Nikotinpunkt (gegen die Entzugserscheinungen), der Lungenpunkt (gegen das Verlangen zu inhalieren), der Antidepressionspunkt sowie der Frustrationspunkt. Zur Auswahl der Punkte werden die Veränderungen der Pulswelle am Radialispuls gemessen.

Wirkung der Akupunktur
Eine Nadelbehandlung soll vor allem beruhigend wirken, denn die körperlichen und psychischen Begleiterscheinungen des Entzugs belasten den Raucher sehr stark und sind sehr häufig der Grund für einen Rückfall in alte Gewohnheiten.
Wenn das Nikotin dem Körper gewaltsam entzogen wird, stellen sich zunehmend verschiedene Entzugserscheinungen ein. Der Appetit nimmt zu, folglich steigt das Gewicht, hinzu kommen Nervosität und körperliche Unruhe, Schweißausbrüche und Schlafstörungen.
Besonders in der Anfangsphase der Entwöhnung können Raucher nur sehr schwer mit diesen körperlichen Anzeichen umgehen. Die Akupunktur lindert die Beschwerden und erleichtert den Übergang in ein nikotinfreies Leben.

Zusätzlich soll der Wille gestärkt werden, um den Versuchungen des Nikotins zu widerstehen. Möglich wird das, indem die Abgabe von Endorphinen, den Glückshormonen, gemindert wird. Das dauerhafte Rauchverlangen, der sogenannte „Nikotinhunger“ wird weniger und das Wohlbefinden steigt.

Ablauf einer Sitzung
Im Ablauf einer Sitzung werden dem Patienten die feinen Nadeln, diese sind zwischen 0,20 und 0,35 Millimeter dick, in die verschiedenen Energiepunkte gestochen. Nur beim Einstich ist ein leichtes Piksen zu spüren, im späteren Verlauf sind die Nadeln nicht mehr wahrzunehmen. Der Akupunkteur wird nun die Nadeln manuell oder elektrisch stimulieren. Das geschieht durch das Drehen, Heben oder Senken der Nadeln. Alternativ kann auch ein schwacher Stromimpuls durch die Nadeln geleitet werden. Nachdem die Sitzung beendet ist, werden die Nadeln wieder entfernt. Auf Wunsch sind auch Dauernadeln möglich. Diese verbleiben über einen längeren Zeitraum in den Energiepunkten. Nach individuellem Bedarf kann der Patient diese nun selbst mithilfe eines Magneten stimulieren.

Erfolgsaussichten
Verschiedene Studien belegen, dass die Akupunktur keinerlei Langzeitnutzen haben. Es hat sich aber gezeigt, dass die Nadeln die Nichtraucherquote kurzfristig um 36 Prozent steigert.
Wie bereits bei der Hypnose auch, ist die Erfolgsquote von Mensch zu Mensch unterschiedlich. Die Reaktion auf die Nadeln kann individuell sehr verschieden ausfallen. Während viele Raucher sehr gut auf die Aktivierung der Energiepunkte ansprechen, zeigen andere kaum Auswirkungen. Auch der unbedingte Aufhör-Wunsch spielt eine nicht unwesentliche Rolle für den Behandlungserfolg, denn fehlende Motivation können die Nadeln nicht herbeiführen. Der Glaube wird sicher auch nicht schaden, das Ergebnis zu verbessern. Viele halten den Placeboeffekt für den einzigen Grund, warum eine Akupunktur-Behandlung überhaupt Erfolge zeigt, aber selbst der darf nicht unterschätzt werden.

Kosten
Pro Anwendung werden etwa zwischen 50 und 100 Euro fällig. Die Gesetzlichen Krankenkassen zahlen eine Akupunktur zur Raucherentwöhnung in der Regel nicht.

(Ohr-) Injektionstherapie – Anti-Raucherspritze
Die sogenannte Anti-Raucherspritze steht eng in Verbindung mit der Akupunktur. Auch hier aktiviert der Therapeut spezielle Akupunkturpunkte, die die Nikotinrezeptoren im Gehirn blockieren sollen. So wird, bei Erfolg, das Suchtzentrum beeinflusst, starkes Verlangen neutralisiert, die Zigarette wird nicht mehr gebraucht. Neu ist jedoch die Injektion eines Kombinationsmedikaments, eine Mischung aus homöopathischen Substanzen und einem Neuraltherapeutikum.