Raucherentwöhnung durch Hypnose

Raucherentwöhnung durch Hypnose wird dazu genutzt, dem Raucher die Zigaretten uninteressant zu machen - mit erstaunlichen Erfolgen.


Rauchentwöhnung durch Hypnose basiert auf der Macht der Suggestion. Der Hypnotiseur versetzt den Raucher in eine tiefe Trance. Dieser Zustand zwischen Wachen und Schlafen ist gekennzeichnet durch eine geringere Muskelspannung, Herzfrequenz und Blutdruck sind gesenkt, der Atem verlangsamt sich, der Stresshormonspiegel nimmt ab und andere Hirnareale sind nun aktiv.

 

In dieser Trance ist die unterschwellige Wahrnehmung enorm sensibilisiert. Eingebungen von außen können nun viel besser aufgenommen werden als im Wachzustand. Nun zeichnet der Hypnotiseur eine Vision der Zukunft. Der Raucher ist nun entwöhnt, und das ohne jegliche Anstrengungen. Ein erstrebenswertes Selbstbild vereint sich mit einem neuen, nichtrauchenden Ich. Sowohl der Organismus als auch das Unterbewusstsein werden auf Erfolg programmiert. Die Anweisung lautet: Du wirst mit dem Rauchen aufhören, und es wird dir leicht fallen.
Hypnose arbeitet mit latenten Fähigkeiten, das heißt Potenzial, das bereits vorhanden ist, wird geweckt.

Autogene Hypnose
Völlig ohne fremde Hilfe und ohne Willensanstrengung soll die autogene Hypnose funktionieren. An die Stelle des Hypnotiseurs treten Tonträger, die den Raucher in einen Zustand der Hypnose versetzen sollen. In einem Prozess stufenweiser Entspannung werden die Muskeln entspannt. Die dadurch freigesetzte Energie steigert die bewusste Konzentration. Während einer Hypnose werden vor allem die psychosomatischen Steuerzentren im Gehirn, die für unser Verhalten und Reaktionen verantwortlich sind, angesprochen und schrittweise umgeprägt. Im Klartext: Wie auch bei einer herkömmlichen Hypnose wird dem Raucher „eingeredet“, dass das Aufhören ganz leicht ist. Um aber überhaupt einen Erfolg verzeichnen zu können, müssen die CDs, DVDs oder Kassetten mehrmals angehört beziehungsweise angesehen werden.

Erfolgsaussichten
Die Hypnose ist bislang wissenschaftlich kaum untersucht. Eine durchgeführte Meta-Analyse zeigte aber kurzfristige Erfolge. Die Aufhörquote war doppelt so hoch, wenn die Trance als ergänzendes Verfahren zu Nikotinersatz und Verhaltenstherapie zur Anwendung kommt.
Eines scheint aber bewiesen. Männer profitieren von der Hypnose mehr als Frauen. Der amerikanische Psychologe Joseph Green, der 5.600 Menschen mit einer Hypnosetherapie zur Tabakentsagung bewegen wollte, stellt fest, dass bei Männern die Erfolgsquote, diese lag bei 30 Prozent, höher lag als bei weiblichen Patientinnen, hier waren nur 23 Prozent erfolgreich. Der Psychologe vermutet, dass Frauen die Entwöhnung frühzeitig abbrechen, weil sie eine Gewichtszunahme befürchten.

Nachteile
Eine Raucherentwöhnung durch Hypnose ist grundsätzlich nur dann erfolgreich, wenn man sie auch zulässt. Etwa 95 Prozent aller Menschen sind für eine solche Therapie empfänglich. Das Ergebnis ist auch von der Motivation des Rauchers und dem ausführenden Therapeuten abhängig, baut der Betroffene kein Vertrauensverhältnis zum Hypnotiseur auf, ist ein Erfolg eher unwahrscheinlich. Ein entscheidender Nachteil dieser Methode ist auch, dass der Raucher keine Werkzeuge in die Hand bekommt, die er in Krisenzeiten oder Versuchungssituationen benutzen kann. Der Raucher bleibt passiv und lernt nicht, wie er sein Verhalten verändern kann. Auch deshalb ist eine solche Therapie nur in Ergänzung mit anderen Verfahren wirklich sinnvoll.