Rauschgold: Fast vergessener Christbaumschmuck

Rauschgold ist fast in Vergessenheit geraten, nur die entzückenden Rauschgoldengel erinnern noch daran. Das macht sie als Dekoration umso nostalgischer und festlicher.


Selbst wer Gold nicht mag, kommt an Weihnachten kaum darum herum. Da stehen die vergoldeten Servierteller in den Regalen der Einrichtungshäuser, die Weihnachtsbäume in den Schaufenstern sind mit glitzernden Goldkugeln behängt und die Engel auf der Firmenweihnachtsfeier tragen goldene Lamettaperücken. Wer etwas ganz Besonderes möchte, kauft mit Rauschgoldengeln pure Weihnachtsnostalgie.

Was ist eigentlich Rauschgold?

  • Kaum jemand kennt noch Rauschgold. Das auch als Flittergold, Knittergold oder Schaumgold bezeichnete Material war schon den Ägyptern bekannt. Rauschgold sind Messingfolien, die so dünn wie Papier sind. Im 18. Jahrhundert waren Nürnberg und Augsburg die Hochburgen der Rauschgoldherstellung. 
  • Das Grundmaterial Messing wurde zunächst zu dünnen Platten ausgewalzt. Anschließend wurden bis zu 20 Platten zwischen Leder gelegt und so dünn geschlagen, bis sie Papierdicke erreicht hatten. Durch diese besondere Verarbeitung erhielt das Messing seinen speziellen Glanz und seine steifen Knitterfalten. Heute wird Rauschgold nicht mehr hergestellt.

Nürnberger Rauschgoldengel

  • Die berühmten Rauschgoldengel werden seit dem 18. Jahrhundert in der bayerischen Stadt Nürnberg hergestellt. Das Gewand der kleinen Figuren war zunächst aus Rauschgold gefertigt. Heute dient meist Aluminiumfolie als günstiger Goldersatz. Luxuriösere Versionen weisen gar Seide, Brokat oder Samt auf. Die Köpfe und Hände der Rauschgoldengel sind aus Wachs gefertigt. 
  • Original Rauschgoldengel kann man auf dem Nürnberger Christkindlsmarkt erwerben. Wo kommen die kleinen Figuren eigentlich her? Einer Legende zufolge wurden sie von einem Puppenmacher erfunden, der mit ihnen seine kürzlich verstorbene Tochter nachbildete.

Rauschgold für den Weihnachtsbaum

  • Nicht nur in Nürnberger Familien ist das alljährliche Schmücken des Weihnachtsbaumes eine lieb gewonnene Tradition. Da werden die Kartons und Schachteln mit dem Christbaumschmuck herausgeholt und der Baum mit bunten Kugeln, Lametta und Strohsternen behängt. Nach dem letzten prüfenden Blick kommt das Finale, die Christbaumspitze. 
  • Nostalgisch und traditionell ohne Gleichen ist der Rauschgoldengel, in den Sie ruhig etwas Geld investieren können. Schließlich kann ein hochwertiges Exemplar von Generation zu Generation weitervererbt werden.