Eine reaktive Depression oder auch depressive Anpassungsstörung genannt, entsteht als Antwort auf ein sehr belastendes Ereignis. Bei dieser Depressionsform ist der Auslöser ersichtlich, die Störung tritt innerhalb des ersten Monats nach dem belastenden Ereignis auf und dauert meist nicht länger als sechs Monate an. Unter einer depressiven Anpassungsstörung versteht man das anhaltende Gefühl von Trauer, der Ratlosigkeit, wie versteinert zu sein und mit dem Alltag nicht mehr klar zu kommen. Diese tritt auf, wenn eine drastische Veränderung im Leben passiert, so zum Beispiel der Tod einer nahe stehenden Person, die Trennung von einem geliebten Menschen, Partnerprobleme, Kinderauszug und ähnlich schwere Ereignisse. Auch Arbeitslosigkeit oder der Übergang in die Rente kann eine reaktive Depression auslösen. Eine derartige Anpassungsstörung kann nach wenigen Wochen wieder vorbei sein, aber auch durchaus länger anhalten. Dadurch kann sie sich zu einer anderen (chronischen) Depressionsform entwickeln.
Symptomatische Depression
Schwere oder unheilbare körperliche Krankheiten können ebenfalls eine Depression auslösen, diese wird dann symptomatische oder organische Depression genannt. Zu den häufigsten Auslöserkrankheiten zählen AIDS, Hormonhaushaltsstörungen, Krebs, Durchblutungsstörungen im Gehirn und Stoffwechselerkrankungen – vor allem eine Schilddrüsenfunktionsstörung –, Diabetes mellitus und Rheuma. Patienten, die eine organisch bedingte Depression haben, weisen ein bis zu dreifach höheres Risiko zu sterben auf, als Patienten, die „nur“ an der organischen Erkrankung leiden. Bei Krebspatienten ist die Gefahr an einer Depression zu erkranken sehr hoch, insbesondere wenn ihre Krankheit chronische Schmerzen und funktionelle Einschränkungen mit sich bringt. Auch verändertes Aussehen nach einer Operation, Chemotherapie oder Bestrahlungen können zu depressiven Stimmungen führen.