Rechtliche Bedeutung von Bettelbriefen

Das Schreiben von Bettelbriefen dient heute der Sponsorengewinnung oder der Überwindung einer Notsituation. Doch Vorsicht: Nicht alle Briefe sind legal.


Bittbriefe existieren seit dem es Menschen gibt. Sie wurden durch sämtliche Epochen hindurch verfasst und stets verfolgte das Schreiben von Bettelbriefen das gleiche Ziel: Der Verfasser wollte entweder seine persönliche Lage oder die eines anderen verbessern. Ein bekannter Vertreter von Bettelbriefen ist der berühmte Dichter Friedrich Schiller. Ständig klamm und knapp bei Kasse verfasste er Bittbriefe zum Überleben. Eine andere Möglichkeit gab es damals nicht, um einem Künstler die Existenz zu sichern. Es gab weder Preisgelder noch Honorare. Friedrich Schiller beherrschte die Technik des Bitten, Bettelns, Flehens, Schmeichelns und Anbiederns perfekt. Die Einnahmen aus den Briefen gaben ihm die nötige Zeit für seine Künste. Friedrich Schiller hat es geschafft. Er entwickelte sich zum berühmten Dichter. Seine Stücke wurden unter anderem am Weimarer Theater uraufgeführt. Und die Briefe? Die brauchte er längst nicht mehr.

Moderne Bettelbriefe in Gesellschaft und Politik

Die Zeiten haben sich geändert, nicht aber die Briefe. Auch heute werden gern Bittbriefe verfasst. Dabei sind die Gründe so verschieden wie die Menschen selbst. So hat sich das Verfassen von Bettelbriefen zur gängigen Praxis entwickelt, wenn es gilt Sponsoren für bestimmte Veranstaltungen zu gewinnen. Meist ist dies jedoch mit einer Gegenleistung in Form von Promotion oder Werbung verbunden. Auch Minister, Botschafter und Politiker sind beliebte Bittbriefempfänger, besonders wenn es darum geht, zu Unrecht inhaftierte Landsleute zu befreien. Über das Medium Internet werden die politischen Briefe unterzeichnet und einen Mausklick später landen sie beim Empfänger im virtuellen Briefkasten. Auch an religiösen Pilgerstätten hinterlässt man gern Bittbriefe mit Wünschen, in der Hoffnung, dass diese von einer höheren Macht erhört werden.

Bettelbriefe dürfen eine Person nicht belästigen oder schädigen
Eine andere Gruppe der Bittbriefschreiber setzt sich aus Menschen zusammen, die sich in einer finanziellen Notlage befinden. Sie senden ihre Bittbriefe an Unternehmen, Firmen oder Institutionen. Oft haben sie ein behindertes Familienmitglied und können kaum für Mehrkosten und Sonderausstattung der Wohnung aufkommen. Doch hier ist Vorsicht geboten. Unter den Verfassern von Bettelbriefen können sich schwarze Schafe befinden. Dabei ist die Rechtslage eindeutig. Wenn sich jemand unter der Vorspiegelung falscher Tatsachen einen Vermögensvorteil verschafft und dadurch das Vermögen eines anderen schädigt, so kann dies mit einer Geldstrafe oder einer Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren geahndet werden. Daraus ergibt sich, dass das Verfassen von Bettelbriefen legal ist, so lange keine Person damit geschädigt oder belästigt wird.