Reiserecht - Alles, was sie rund ums Reisen wissen sollten

Schnell kommt es beim Thema Verreisen zu diversen Schwierigkeiten. Einiges an Basiswissen zum Thema Reiserecht, finden Sie hier.


Urlaub und Verreisen ist bei vielen Menschen der Höhepunkt des Jahres. Die meisten buchen sich eine organisierte Pauschalreise, damit man sich nicht um alle Kleinigkeiten selbst kümmern muss. Für diese Fälle gibt es in Deutschland das im Bürgerlichen Gesetzbuch verankerte Reiserecht, der § 651a , dass die Rechte und Pflichten der Vertragspartner klärt und den Reisenden schützt.

Reisevertrag und Buchungsbestätigung
Wer eine Reise bucht, schließt damit einen Vertrag mit einem Reiseveranstalter ab. Das Reisebüro fungiert nur als Vermittler. Erst wenn der Veranstalter eine Buchungsbestätigung an den Kunden aushändigt, kommt der Reisevertrag verbindlich zustande. Diese Reisebestätigung muss gemäß einer Verordnung über Informationspflichten, einige der wichtigsten Informationen enthalten. Dazu gehören alle vereinbarten Leistungen, Sonderwünsche, Verjährungs- und Ausschlussfristen, rechtliche Fristen, der Ablauf sowie Name und Anschrift des Veranstalters. Diese Buchungsbestätigung ist ein wichtiges Dokument, da der Reisevertrag selbst auch beispielsweise nur mündlich oder telefonisch abgeschlossen werden kann. Reiseveranstalter haben zudem häufig sogenannte „Allgemeine Vertragsbedingungen“, die jedoch nur Bestandteil des Vertrages sein dürfen, wenn vorher unmissverständlich darauf hingewiesen wird und der Reisende ihnen zustimmt.

Der Sicherungsschein
Bei der Buchung wird üblicherweise eine Anzahlung des Reisepreises verlangt. Erst bei der Aushändigung der Reiseunterlagen, wie Flugticket und Hotelgutschein, wird der Restbetrag fällig. Seit einigen Jahren ist jeder Reiseveranstalter verpflichtet bei Pauschalreisen die Zahlungen seiner Kunden gegen Insolvenz oder Zahlungsunfähigkeit des Reiseveranstalters zu versichern. Bevor der Veranstalter Zahlungen des Kunden annehmen darf, muss er diesem einen Sicherungsschein im Original überreichen. Dies gilt auch für Last-Minute-Reisen. Darin muss das bürgende Geldinstitut vermerkt sein, der definierte Versicherungsfall, die Angabe des Versicherungsfalles „Insolvenz“ und die Bezeichnung der Insolvenzschäden, die dem Kunden erstattet werden können.

Reiserecht: Reiserücktritt
Es ist natürlich nie ausgeschlossen, dass der Kunde aus irgendeinem Grund die Reise doch nicht antreten kann. Grundsätzlich kann der Kunde vor Antritt der Reise jederzeit vom Reisevertrag zurücktreten, ohne den Reisepreis zu zahlen. Jedoch darf der Veranstalter Anspruch auf eine Entschädigung erheben, was meistens auch der Fall ist und einen Teil der Gesamtkosten umfasst. Die Höhe der Entschädigung kann von 4 bis 50 Prozent des Reisepreises betragen. Reiserücktrittsversicherungen bieten die Möglichkeit sich als Kunde gegen Entschädigungsansprüche des Veranstalters zu versichern.

Reisemängel
Nicht selten sind Reisende mit dem Urlaub und den Leistungen unzufrieden. Wenn solche Mängel auf den Veranstalter zurückzuführen sind und gegen vertraglich Vereinbartes verstößt, hat der Kunde das Recht auf eine entschädigende Reisepreisminderung. Dieser Anspruch muss maximal einen Monat nach Ende der Reise geltend gemacht werden, sonst verfällt er. Eine Orientierung für die mögliche Preisminderung bei einem bestimmten Mangel, bietet die Frankfurter Tabelle.

Time-Sharing
Time-Sharing ist ein besonderes Angebot der Veranstalter, bei dem man sich eine Art Wohn- und Nutzungsrecht einer Ferienunterkunft für mindestens drei Jahre erwirbt. Dieses Nutzungsrecht gilt nur für eine vertraglich festgelegte Zeit im Jahr und beinhaltet zum Teil hotelähnliche Serviceleistungen.