Reittherapie, auch als therapeutisches Reiten oder unter dem Fachbegriff Hippotherapie bekannt, ist eine Form der Ergotherapie. Oftmals werden Kinder behandelt, jedoch können auch Erwachsene von dem positiven Einfluss der Pferde profitieren.
Merkmale der Reittherapie
Um Reittherapie durchführen zu dürfen benötigen sowohl Pferd als auch Therapeut eine besondere Ausbildung. Oftmals führen Physio- oder Ergotherapeuten einen Zusatztitel. Aber auch Heilpädagogen, Reitlehrer oder Sozialpädagogen bieten Reittherapie an. Die Berufsbezeichnung ist nicht geschützt, bevor Sie mit der Therapie starten ist es aber empfehlenswert, zu recherchieren, ob der Therapeut qualifiziert ist, denn ohne ein fundiertes Hintergrundwissen laufen Sie Gefahr, dass die Therapie nicht den gewünschten Effekt erzielt.
Meistens werden Kleinpferde oder Ponys eingesetzt, da diese besonders für Kinder nicht durch eine zu große Körperhöhe abschreckend wirken. Die Pferde sollten sehr gut ausgebildet sein und ein ruhiges Temperament besitzen, da die Kinder oder Patienten sich während der Therapie sicher und geborgen fühlen sollen. Gelände- und Straßensicherheit ist ein absolutes Muss für die Pferde und sie sollten nicht zu beruhrumgsempfindsam oder schreckhaft sein, denn plötzliche Bewegungen oder Laute können in jeder Therapiestunde vorkommen.
Anwendung
Mit Hilfe der Pferde lassen sich viele körperliche und seelische Erkrankungen und Störungen therapieren. Besonders gut wirkt diese Form der Therapie bei Kindern, die unter Entwicklungsverzögerungen leiden, das Down Syndrom haben oder das Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom (ADHS). Durch die sanfte Bewegung und die Wärme welche die Pferde ausstrahlen schult man das Körpergefühl und auch Spastiken, beispielsweise bei infantiler Zerebralparese oder nach Schlaganfällen, können sich unter der Therapie lockern. Der Umgang mit den Tieren schult und stärkt aber auch das Selbstbewusstsein und das Vertrauen, was besonders bei psychischen und seelischen Erkrankungen im Vordergrund steht. Durch den regelmäßigen Umgang mit den Pferden wird auch die Verantwortung und Disziplin trainiert, Kinder lernen Rücksicht zu nehmen, denn mit den Tieren müssen Sie vorsichtig umgehen. So werden die Sozialkompetenzen geschult. Aber auch Krankheiten wie Autismus oder Depressionen lassen sich mit der Hilfe von Hippotherapie behandeln. Störungen der Aufmerksamkeit wie Lern- und Sprachstörungen, Schwierigkeiten mit dem Gleichgewichtssinn, Esstörungen oder Traumata nach Unfällen oder Misshandlungen, alle diese Beschwerden können durch die Pferde gelindert werden. Die gesetzliche Krankenkasse übernimmt die Kosten für die Reittherapie in der Regel nicht oder nicht vollständig.