Renovierungsarbeiten bei dem Auszug - was muss man machen?

Renovierungsarbeiten bei dem Auszug aus der Wohnung können nur verlangt werden, wenn sie notwendig und vertraglich vereinbart sind.


Gerade die Renovierungsar- beiten bei dem Auszug aus der Mietwohnung sind häufig ein Streitpunkt zwischen Mieter und Vermieter. Während dem Vermieter nicht genug renoviert werden kann, liegt es natürlich im Interesse des Mieters, nur das Notwendigste zu erledigen. Auch wenn im Mietvertrag sehr viel von Ihnen als scheidendem Mieter verlangt wird, müssen Sie noch lange nicht alles renovieren.

Vertragliche Vereinbarung
Im Mietvertrag wird oft vereinbart, dass die Wohnung grundsätzlich in frisch renoviertem Zustand übergeben werden muss, weil sie sich so auch beim Einzug befunden hat. Diese Verpflichtung ist nicht mehr in vollem Umfang gültig. Der Bundesgerichtshof hat dazu entschieden, dass eine Renovierungspflicht nur dann gilt, wenn sie nicht ganz generell vereinbart wurde, sondern individuell den Gegebenheiten der Wohnung entspricht. Fehlt eine Regelung zu den Schönheitsreparaturen oder ist diese ungültig, wird die Wohnung nur besenrein übergeben. Wurden Schönheitsreparaturen vertraglich wirksam vereinbart, sind Renovierungsarbeiten bei dem Auszug aus der Wohnung nur dann durchzuführen, wenn seit der letzten Renovierung bereits die vereinbarte Zeit, wenigstens zum Teil, vergangen vergangen ist. Außerdem müssen die Arbeiten notwendig sein. Haben Sie also erst vor wenigen Monaten renoviert oder wohnen erst kurze Zeit in der Wohnung, brauchen Sie Renovierungsarbeiten bei dem Auszug aus der Wohnung nicht durchzuführen.

Umfang der Arbeiten
Ihr Vermieter hat keinen Anspruch darauf, eine luxusrenovierte Wohnung zurückzuerhalten. Wände müssen nur gestrichen werden, wenn sie bereits Abnutzungserscheinungen zeigen. Rahmen von Fenstern und Türen sind zu streichen, wenn die Farbe alt und beschädigt ist. Sofern Sie einen Laminatboden verlegt haben, ist dieser zwar auf Wunsch des Vermieters zu entfernen, der darunterliegende, alte Teppich des Vermieters muss aber nicht entfernt werden. Beschädigte Steckdosen oder beschädigte Badkeramik ist zu ersetzen, soweit es sich nicht um Bohrlöcher aufgrund üblichen Gebrauchs handelt.

Schadensersatz
Ihr Vermieter kann nicht von Ihnen verlangen, bestimmte unauffällige Wandfarben zu benutzen. Nur wenn sich herausstellt, dass die Wohnung aufgrund der Farbwahl unvermietbar wird, kann er von Ihnen Schadensersatz verlangen. Es empfiehlt sich also, für die Renovierungsarbeiten bei dem Auszug aus der Wohnung gedeckte Farben zu wählen.