Rentenbescheid überprüfen - darauf müssen Sie achten

Rentenbescheid überprüfen: Bei Zweifeln über den Rentenbscheid muss Widerspruch eingelegt werden.


Über falsche Rentenbesch- eide sind sagenhafte Zahlen im Umlauf. Auch wenn diese maßlos übertrieben sein mögen: Der Neu-Rentner tut gut daran, den ihm zugegan- genen Rentenbescheid überprüfen zu lassen oder wenn es ihm möglich ist, selbst zu prüfen. Immerhin erteilen die Rentenver- sicherungsträger jährlich um die 600.000 neue Rentenbescheide. Fachleute gehen von einer hohen Dunkelziffer falscher Bescheide aus. Deshalb: den Rentenbescheid überprüfen.
Eigentlich dürfte der Rentenbescheid den künftigen Rentner nicht überraschen. Er hat im Laufe seines Arbeitslebens von der für ihn zuständigen Rentenversicherung mehrfach einen so genannten Versicherungsverlauf erhalten. Und wenn er diese regelmäßig geprüft hat, müssten ihm Fehler und Ungereimtheiten aufgefallen sein. Fehler können durch häufigen Wechsel des Arbeitgebers, längere Krankheits- oder Arbeitslosenzeiten entstanden sein. Dann sind offenbar die elektronischen Meldungen an die Rentenversicherung unvollständig oder falsch gewesen. Deshalb muss die Renteninformation immer sorgfältig geprüft werden. Unstimmigkeiten müssen dem Versicherungsträger sofort gemeldet werden. Wenn Schul- und Ausbildungszeiten nicht berücksichtigt sind, muss beim Rentenversicherungsträger eine so genannte Kontenklärung beantragt werden. Das sollte rechtzeitig und nicht erst kurz vor dem Ende des Arbeitslebens geschehen.

Den Rentenbescheid überprüfen auf seine Richtigkeit
Um einen Rentenbescheid überprüfen zu können, bedarf es einigen Wissens. Das kann bei den wenigsten Arbeitnehmern vorausgesetzt werden. Für eine Prüfung bieten sich neben den Sozialverbänden auch die Rentenberatungsstellen an. Die gibt es wohl in jeder Kreisstadt. Früher sprach man vom Versicherungsältesten. Schon das Verwaltungsdeutsch des Bescheides bereitet den meisten Menschen Probleme. Immerhin lässt sich der im Bescheid dargestellte Versicherungsverlauf mit den eigenen Unterlagen abgleichen. Und der Lebenslauf muss mit den Angaben im Rentenbescheid übereinstimmen.

Bei Zweifeln Widerspruch einlegen
Wenn beim Rentenbescheid überprüfen Zweifel aufkommen, darf der Neurentner nicht zögern, Widerspruch einzulegen. Dies muss innerhalb eines Monats nach Zugang des Rentenbescheides geschehen. Auf den Widerspruch prüft der Versicherungsträger seinen Bescheid umfassend. Die Entscheidung muss von dem bei ihm bestehenden Widerspruchsausschuss getragen werden. Fachleute sagen, dass ein Drittel der Verfahren zu einer höheren Rente führen. Die Sozialverbände führen für ihre Mitglieder solche Verfahren durch. Die Kosten sind durch die Mitgliedsbeiträge gedeckt. Führt der Widerspruch zu keinem befriedigenden Ergebnis, bleibt die Klage beim Sozialgericht. Die sollte man auf jeden Fall den Sozialverbänden überlassen – schon wegen der Kosten.