Rheuma im Alltag

Um mit Rheuma im Alltag klarzukommen, müssen Betroffen ihre Lebens- und Wohnumstände an die Diagnose anpassen. Dazu gehört unter anderem, alle Stolperfallen zu entfernen.


Die gravierendsten Änderungen werden sich im Privatleben zeigen. Wenn die Deformierungen soweit fortgeschritten sind, dass selbst das Anziehen oder das Zubereiten des Mittagessens Schwierigkeiten bereitet und Schmerzen verursacht, ist der Alltag verständlicherweise erheblich eingeschränkt. Aber bereits im Frühstadium einer Rheuma-Erkrankung können alltägliche Verrichtungen wie etwa das morgendliche Ankleiden zu einer riesigen Belastung werden, bei der letzte Kraftreserven aktiviert werden müssen. Betroffene müssen daher ihre Wohnung so umorganisieren, dass sie den neuen Bedürfnissen gerecht wird.

Rheuma im Alltag: Einige Regeln im Überblick

  • Vermeiden Sie Durchzug, denn Kälte führt zu Muskelverkrampfungen
  • Achten Sie immer darauf warm angezogen zu sein, wärmeisolierende Kleidung eignet sich hier am besten
  • Entfernen Sie alle Stolperfallen aus der Wohnung (rutschige Teppiche, lose Kabel)
  • Schlafen Sie ausreichend und sorgen Sie für genügend Pausen
  • Führen Sie ein Patiententagebuch, um Ihrem Arzt die Behandlung zu erleichtern

Zudem wird Betroffenen empfohlen, sich einer Selbsthilfegruppe anzuschließen, da sie den Austausch in einer Weise ermöglicht, wie er mit nicht-erkrankten Angehörigen oder Partnern nicht möglich ist. Ob im Internet, in speziellen Rheuma-Foren oder von Mensch zu Mensch, der Kontakt zu anderen Erkrankten hilft beim Umgang mit Rheuma und spendet Trost.

Arbeitsplatz
Die Behinderungen im täglichen Leben wiederum wirken sich auch auf den Beruf aus. Die herabgesetzte körperliche Belastbarkeit, Schmerzen und Gelenksteifigkeit sorgen für eine verminderte Leistungsfähigkeit. Bei akuten Schüben sind Krankschreibungen unumgänglich. Manchmal ist sogar der Verlust des Arbeitsplatzes oder die Frühverrentung unausweichlich. Bevor es jedoch zu diesem letzten Schritt kommt, sollten sowohl vom Betroffenen selbst als auch vom Arbeitgeber alle Möglichkeiten ausgeschöpft werden. Dazu gehört unter anderem die Umgestaltung des Arbeitsplatzes, die Veränderung der Arbeitszeiten oder eine Umstrukturierung der zu bewältigenden Aufgaben. Ein Schwerbehindertenausweis kann hilfreich sein und Nachteile gegenüber anderen Arbeitnehmern ausgleichen. Alle Fragen rund um Arbeitsplatzanpassungen, Schwerbehindertenrecht und die Erwerbsminderungsrente beantwortet der Rehabilitationsberater des zuständigen Rentenversicherungsträgers oder der Krankenkasse.

Rheuma im Alltag - nicht überfordern!
Rheumatiker müssen sich bemühen, einen Mittelweg zwischen der Verpflichtung dem Arbeitgeber gegenüber und ihren eigenen Bedürfnissen zu finden. Betroffene müssen mit ihren Kräften haushalten und lernen, ihre eigenen Leistungsgrenzen zu akzeptieren. Viele befürchten jedoch ihren Arbeitsplatz zu verlieren, weil sie plötzlich nicht mehr so leistungsfähig sind wie vor der Erkrankung. Sie versuchen, die geringere Ausdauer und die schnellere Ermüdbarkeit durch härteren Einsatz wettzumachen. So entstehen Überforderung, Verspannungen und noch mehr Schmerzen.