Rheuma - Ursachen

Obwohl Wissenschaftler noch nicht genau wissen, wie eine Rheuma-Erkrankung ausgelöst wird, werden doch verschiedene Faktoren vermutet. Dazu gehören eine Störung des Immunsystems, genetische Faktoren und eine Infektion.


Die Ursachen von Rheuma sind noch nicht vollständig erforscht. Fest steht, dass es sich um eine Störung des Immunsystems handelt, die eine lange Kette von Entzündungsreaktionen nach sich zieht. Unmittelbare Folge ist eine schmerzhafte gegebenenfalls dauerhafte Schädigung der Gelenke.

Die Erkrankung des Immunsystems
Das Immunsystem ist eine Art körpereigener Schutzschild beziehungsweise ein biologisches Abwehrsystem, welches gegen äußere Fremdstoffe aber auch gegen fehlerhaft gewordene körpereigene Substanzen vorgeht. Mittels dieses Abwehrsystems ist der Körper befähigt, sich gegen zerstörerische Fremdeinwirkungen und gefährliche Angriffe von schädlich gewordenen körpereigenen Zellen zu verteidigen. Bei einer rheumatischen Erkrankung geschieht nun Folgendes: Während der voranschreitenden Krankheitsentwicklung verändert sich das Immunsystem in einem für die erkrankte Person äußerst negativem Sinne. Bestand die Aufgabe des Immunsystems vor der Erkrankung ursprünglich darin, den Körper zu schützen, so kommt es nun infolge der Krankheit zu einem sogenannten Autoimmunprozess. Durch die krankhafte Veränderung des Immunsystems kommt es zu einem Selbstangriff desselben, mit anderen Worten, die körpereigene Schutzfunktion geht verloren, sodass sich das Immunsystem gegen sich selbst wendet. Vereinfacht gesagt heißt dies, dass die Zellen des Immunsystems ihre ursprüngliche Funktion verlieren, außer Kontrolle geraten und sich infolgedessen gegen bestimmte gesunde körpereigene Zellstrukturen richten.

Genetische Faktoren
Was die Entstehung der Erkrankung betrifft, so wird gegenwärtig davon ausgegangen, dass eine bestimmte genetisch vererbte Körperbeschaffenheit als ein wichtiger Faktor oder gar als Voraussetzung für Rheumatismus angesehen werden muss. Inwiefern eine solche genetische Veranlagung jedoch konkret für den Ausbruch von Rheuma verantwortlich ist, oder rheumatische Krankheitsbilder lediglich begünstigt, ist gegenwärtig noch unerforscht. Ebenso wenig ist geklärt, welche Gene es genau sind, die für die Vererbbarkeit von Rheumatismus verantwortlich sind. Es gilt festzuhalten, dass eine genetische Veranlagung nicht zwangsläufig zu einem Ausbruch der Krankheit führen muss. Das heißt, selbst wenn der Fall eintreten sollte, dass beide Elternteile die genetische Veranlagung für rheumatische Erkrankungen in sich tragen und selbst wenn zudem beide Elternteile an Rheuma erkrankt sind, so bedeutet dieses nicht zwangsläufig, dass ein Kind betroffener Eltern auch an Rheuma erkranken muss. Es bedarf also neben solchen Faktoren, die den Ausbruch einer Krankheit begünstigen, noch weiterer Aspekte, welche als konkrete Ursache einer Erkrankung gelten müssen.

Infektionen
Auslöser rheumatischer Krankheiten sind stets von außen an den Betroffenen herangetragene, virale oder bakterielle Infektionen. Erst infolge solcher Gegebenheiten sind beispielsweise die Gelenke der Gefahr ausgesetzt, sich rheumatisch zu entzünden. Eine jede Infektion hat als Auslöser verschiedene Krankheitserreger. Im Zusammenhang mit Rheuma bildet der Körper zunächst noch völlig normal Antikörper gegen diese Krankheitserreger. Nicht mehr normal ist, was nun im Folgenden geschieht. Die gebildeten Antikörper gehen nämlich nicht nur gegen die Krankheitserreger vor, welche den Körper befallen haben, sondern sie wenden sich gleichermaßen gegen Gelenke, deren Strukturen eine zufällige Ähnlichkeit mit denen der Krankheitserreger aufweisen. Gesunde körpereigene Strukturen werden also genauso angegriffen und zerstört wie die körperfremden Krankheitserreger. Rheuma ist also streng genommen keine Krankheit, die man von seinen Eltern „vererbt“ bekommt, sondern eine Erkrankung, der – als konkreter Auslöser – eine Infektion inklusive einer Entzündung der Gelenke vorausgeht.

Innere und äußere Auslöser
Alles in allem lassen sich sowohl innere als auch äußere Auslöser und Ursachen von Rheuma ausmachen. Zu den Erstgenannten zählen unter anderem vererbte Anlagen sowie biologische Fehlstörungen, Stoffwechsel-, Hormon- oder Immunstörungen. Äußere Krankheitsauslöser können Klimaeinflüsse, Infektionen, eine Überlastung der Gelenke, Ernährung, Stress, Bänder- und Sehnenverletzungen oder auch nicht ausgeheilte Knochenbrüche sein.