Rheuma

Rheuma ist eine entzündliche Erkrankung des Bewegungsapparates. Die Bezeichnung leitet sich aus dem Griechischen für \"fließen\" ab.


Mit dem Begriff „Rheuma“ bezeichnet man im Allgemeinen sämtliche Erkrankungen des Bewegungsapparates, welche sich nicht auf äußere Verletzungen oder tumoröse Veränderungen zurückführen lassen. Im engeren Sinne versteht man unter Rheuma eine Entzündung des Binde- und Stützgewebes, der Betroffene leidet unter Gelenkschmerzen. Dieses ist ein komplexes Gewebe-System und zählt zu den Grundgewebetypen des Körpers. Es umfasst unter anderem Knorpel, Knochen und Fettgewebe. „Rheuma“ leitet sich aus dem altgriechischen Wort für „fließen“ ab. Im alten Griechenland hat man damit die Art des Schmerzes – stechend und ziehend – bezeichnet. Auch die charakteristische Art der Bewegung von einem Gelenk ins nächste, kann unter diese Bezeichnung gefasst werden.

Rheumatoide Arthritis
Die rheumatoide Arthritis beispielsweise, die am häufigsten auftretende rheumatische Erkrankung, macht sich vor allem durch eine Entzündung der Gelenke bemerkbar. Neben dieser Form rheumatischer Erkrankungen werden weitere 200-400 Arten unterschieden. Somit ist Rheuma als Ober- beziehungsweise Sammelbegriff zu verstehen, der mehrere Hundert Einzelerkrankungen zusammenfasst. Zwar können sich die Krankheiten in vielerlei Hinsicht ähneln, sie müssen es jedoch nicht zwangsläufig. Ursachen, Symptome, Verlauf und Behandlung der vielen verschiedenen Formen von Rheumatismus können also stark variieren.
Gerade während des Frühstadiums von Rheuma behindert eine solche Vielfalt an Krankheitsbildern eine schnelle und sichere Diagnose von rheumatischen Erkrankungen.

Vorkommen – Wer an Rheuma erkranken kann
Schon lange wird Rheuma nicht mehr allein als Seniorenkrankheit angesehen. Meist bricht die Krankheit im Alter von dreißig bis fünfzig Jahren aus. Frauen sind diesbezüglich drei- bis viermal häufiger betroffen als Männer. Während bei Letzteren die Erkrankung in der Regel zwischen dem 45. und 65. Lebensjahr ausbricht, sind Frauen schon ab dem 25. Lebensjahr der Gefahr ausgesetzt, an Rheuma zu erkranken.

Frauen …
Was den gegenwärtigen Forschungsstand angeht, so ist es noch immer ein Rätsel, weshalb bei Frauen die genetische Veranlagung zu einer rheumatischen Erkrankung um so viel ausgeprägter ist als bei Männern. Auch ist nach wie vor ungeklärt, warum eine bei weiblichen Rheuma-Patienten ausgebrochene Krankheit in den meisten Fällen sehr viel aggressiver verläuft als bei Männern. Die geschlechtsbedingten Unterschiede hinsichtlich Erkrankung und Krankheitsverlauf sind noch weitestgehend unerforscht. Indes gilt als unbestritten, dass geschlechtsspezifische Krankheitsverläufe keine Einzelfälle darstellen, sondern Phänomene darstellen, die medizinische Erklärungsansätze verlangen.

… und Kinder
Selbst Kinder sind vor einer Infektion nicht sicher. Obschon recht selten, so erkranken dennoch allein in Deutschland jährlich circa 3000-4000 Kinder und Jugendliche an einer entzündlich-rheumatischen Krankheit (Juvenile Arthritis), die sich in den meisten Fällen als chronisch erweist.
Die betroffenen Kinder und Jugendlichen sind aufgrund der chronischen Erkrankung in ihrem Alltagsgeschehen oftmals stark eingeschränkt. So ist es keine Seltenheit, dass die Kinder krankheitsbedingt der Schule fernbleiben und auf Aktivitäten in der Freizeit verzichten müssen. Ebenso ist es häufig unabwendbar, dass sich betroffene Kinder für eine längere Zeit in stationäre Behandlung begeben.

Rheuma: Zahlen und Fakten
Die Anzahl der an rheumatoider Arthritis erkrankten Menschen wird in Deutschland auf etwa 800.000 geschätzt. Mit dieser Zahl an Rheumatismuserkrankten unterscheidet sich Deutschland nicht herausragend von anderen Ländern, sondern liegt mit dem Aufkommen der Rheumatismusfälle weltweit im Durchschnitt. Seit 1996 findet weltweit alljährlich am zwölften Oktober der „Welt-Rheuma-Tag“ statt. Damit ist ein Forum geschaffen worden, durch das Rheumakranke ihre Anliegen in das Bewusstsein der Öffentlichkeit tragen können.