Riechstörung - Wenn der Geruchssinn schwindet ...

Die häufigsten Gründe für eine Riechstörung sind grippale Infekte, Nasenpolypen, Virusinfektionen und Unfälle. Schwerwiegendere Ursachen können allerdings auch eine Alzheimer- oder Parkinsonerkrankung sein.


Kaffee schmeckt nach Benzin und ein leckeres Steak nach Abwaschwasser, Pizza hat überhaupt keinen Geschmack mehr. Riech- und Schmeckstörungen können sich ganz unterschiedlich äußern. Am meisten leiden die Patienten, für die das Essen auf einmal nach Toilette schmeckt.

Riechstörung bei Schnupfen

Fast jeder hat schon einmal erlebt, wie sich bei einem Schnupfen das leckerste Essen in eine geschmacklose Masse verwandelt. Denn die feinen Aromen, die einem Braten oder frischem Obst ihren ganz besonderen Geschmack verleiten, nimmt der Mensch über seine Nase wahr. Die Zunge erkennt lediglich fünf Geschmacksrichtungen: süß, sauer, bitter, salzig und fleischig. Die Feinheiten steuert der Geruchssinn. Rund 80000 Menschen begeben sich jedes Jahr wegen Riechstörungen in Behandlung, weil sie nicht mehr richtig riechen und schmecken können.

Andere Ursachen

Grippale Infekte, Nasenpolypen, Virusinfektionen und Unfälle sind die häufigsten Ursachen für eine Riechstörung. Ein vermindertes Riechvermögen kann allerdings auch ein Wahrzeichen für eine schwere Erkrankung des Gehirns wie z.B. Alzheimer oder Parkinson sein. Chronische Entzündungen in den Nebenhöhlen oder Nasenpolypen führen ebenfalls zu einem schleichenden Verlust des Riechvermögens. Die entzündungshemmende Behandlung mit Kortison und gegebenenfalls die Entfernung der Polypen schafft oft Abhilfe von einer Riechstörung. Ein niedrig dosiertes Kortisonpräparat hilft auch jedem dritten Patienten, der nach einem Schnupfen unter anhaltendem Riechverlust bzw. einer Riechstörung leidet. Denn manche Erkältungsviren sind so aggressiv, dass sie die Riechzellen in der Nasenschleimhaut zum Teil dauerhaft schädigen.

 

Riechstörung durch Medikamente

Wenn Medikamente das Geschmacksvermögen beeinträchtigen und eine Riechstörung hervorrufen, lässt sich dies meist durch einen Präparatewechsel beheben. Finden sich solche konkreten Ursachen nicht, gestaltet sich die Therapie ausgesprochen schwierig und nicht immer erfolgreich. Im schlimmsten Fall geht das Reichvermögen für immer verloren oder bleibt lebenslang gestört. Wenn sich die Welt der Düfte durch eine Riechstörung verschließt, sind die Auswirkungen dramatisch. Denn Gerüche bestimmen das Leben mehr, als man glaubt. Appetitlosigkeit und Verlust der Lebensfreude bis zu Depressionen können aufgrund einer Riechstörung folgen.

 

Doch eine intensive Schulung kann die verbliebene Schmeck- und Riechleistung verbessern. Man sollte ganz bewusst ein Lebensmittel essen, an dessen Aroma man sich erinnern kann, wie z.B. eine Banane und sich auf den Geschmack konzentrieren, um die Auswirkungen einer Riechstörung zu minimieren.