Von einer Risikoschwangerschaft sprechen Gynäkologen, wenn die werdende Mutter eines von insgesamt 52 Kriterien erfüllt. Die alleinige Diagnose Risikoschwangerschaft muss niemanden in Angst versetzen, da es immer darauf ankommt, aus welchem Grund die Diagnose gestellt wurde. Liegt es nur am Alter der Mutter, ist es durchaus möglich, dass die Schwangerschaft ohne jegliche Komplikationen verläuft.
Durch regelmäßiges Wahrnehmen der Vorsorgeuntersuchungen sind Risiken meist minimierbar. Stellt der Gynäkologe die Diagnose Risikoschwangerschaft, werden die Abstände der einzelnen Vorsorgeuntersuchungen häufig verkürzt, sodass der Arzt immer genau sehen kann, wie es Mutter und Kind geht.
Risikofaktoren vielfältig
Als Risikofaktor wird heute bereits das Alter der werdenden Mutter gewertet. Bei Erstgebärenden unter 18 wird ebenso von einem Risiko gesprochen, auch wenn die Mutter bereits 35 Jahre und älter ist. Trotz Risikoschwangerschaft bringen viele Mütter die im riskanten Alter sind ein gesundes Baby ohne Komplikationen zur Welt. Auch Krankheiten der Mutter gelten als Risikofaktor. Es kann sich sowohl um bereits bestehende Erkrankungen der Organe (Herz, Niere) handeln, aber auch um Krankheiten, die erst in der Schwangerschaft auftreten- zum Beispiel Schwangerschaftsdiabetes. Hier bedarf es einer engmaschigen Kontrolle der werdenden Mutter. Eine weitere Reihe von Risikofaktoren ergeben sich aus vorangegangenen Schwangerschaften. Gab es bereits Aborte (Fehlgeburten) oder Probleme bei früheren Geburten, wird die bestehende Schwangerschaft ebenfalls als Risikoschwangerschaft gewertet. Probleme, die bei der Geburt auftreten können, sind meist vom Arzt schon im Vorfeld feststellbar. Liegt das Kind beispielsweise falsch herum im Mutterleib, wird mit einem Kaiserschnitt schon gerechnet.
Diagnose „Risikoschwangerschaft“ nicht ungewöhnlich
Mittlerweile wird die Diagnose Risikoschwangerschaft häufiger gestellt als die Diagnose normale Schwangerschaft. Das liegt daran, dass sich die Liste der Risikofaktoren in den letzten Jahren erheblich gesteigert hat. Mütter leiden somit oft unter Ängsten, die nicht sein müssen, wenn sie ausreichend betreut werden. Doch auch bei gut verlaufenden Schwangerschaften kann eine Geburt Probleme mit sich bringen. Die Diagnose Risikoschwangerschaft sagt darüber nur wenig aus. Sehr gefürchtet ist die Schwangerschaftsgestose, auch als Schwangerschaftsvergiftung bekannt. Diese Stoffwechselerkrankung tritt meist gegen Ende der Schwangerschaft auf und kann zu einer Sauerstoffunterversorgung des Kindes führen.
Risikogeburt kann das Neugeborene schädigen
Die Geburt ist die letzte Hürde, die das Kind auf dem Weg ins Leben meistern muss. Auch hier können Komplikationen auftreten. Von einer Risikogeburt wird unter anderem gesprochen, wenn die Mutter Mehrlinge erwartet oder das Kind eine falsche Lage im Bauch eingenommen hat. Doch auch ohne diese Faktoren kann es zu einer Risikogeburt kommen. So ist es beispielsweise möglich, das die Nabelschnur für das Kind zum Risiko wird, wenn sie sich etwa um den Hals legt. Auch Krankheiten der Mutter wie Schwangerschaftsdiabetes und Gestose erhöhen das Risiko bei der Geburt.