Röteln in der Schwangerschaft

Infiziert man sich mit Röteln in der Schwangerschaft, können schwere Komplikationen und Fehlbildungen beim Kind auftreten.


Die Röteln sind eine normale Kinderkrankheit, die in der Regel ohne Komplikationen verläuft. Viele Kinder sind mittlerweile auch gegen die Viruserkrankung geimpft. Treten jedoch Röteln in der Schwangerschaft auf, können schwere Komplikationen und Fehlbildungen beim Kind auftreten. Ist die Mutter infiziert, verteilen sich die Viren im gesamten Blut. Durch die Plazenta dringt das Virus dann auch zum Kind vor.

Fötus besonders in Anfangsphase gefährdet
Besonders gefährdet ist der Fötus innerhalb der ersten 13 Schwangerschaftswochen. Da zu diesem Zeitpunkt die Organe des Kindes noch im Entwicklungsstadium sind, können Rötelviren zu Fehlbildungen an den sich bildenden Organen führen. Viele Frauen, die in den ersten Schwangerschaftswochen an Röteln erkranken, erleiden eine Fehlgeburt. Doch auch wenn die Infektion erst zu einem späteren Zeitpunkt der Schwangerschaft stattfindet, besteht für das Kind ein großes Risiko. Während die Organe nicht mehr so stark gefährdet sind, treten häufig Schädigungen an den Augen und Ohren auf. Blind- oder Taubheit sind die unmittelbaren Folgen einer Rötelerkrankung der Mutter.

Schwangerschaftsabbruch gesetzlich erlaubt
Das Gesetz erlaubt es Müttern, die innerhalb der ersten 14 Schwangerschaftswochen an Röteln erkranken, einen Schwangerschaftsabbruch durchführen zu lassen. In diesem Fall muss entschieden werden, welche Risiken bestehen und welcher Schritt der bessere für die Mutter und das Kind ist.

 

Lesen Sie auch: Röteln – Schwangere sollten einen Impfschutz haben

Auch im Erwachsenalter Impfungen durchführen
Nach einer Rötelerkrankung ist man lebenslang gegen den Erreger immun. Ansonsten gibt es von Kindheit an Impfungen gegen Masern, Mumps und Röteln, die eine Infektion von vornherein ausschließen. Doch die meisten Erwachsenen vernachlässigen ihren Impfschutz im Laufe ihres Lebens. Treten die Röteln in der Schwangerschaft auf, ist eine Impfung für das Kind zu riskant. Die Mutter kann dann nur versuchen, den Kontakt zu Rötelpatienten zu vermeiden. Ist die Mutter bereits immun gegen Röteln, wird der Schutz auf das Kind übertragen. Kinderärzte sprechen vom Nestschutz, der für das erste Lebensjahr beim Kind besteht. Danach werden vom Kinderarzt Impfungen gegen die Erkrankung gegeben. Diese müssen von Zeit zu Zeit aufgefrischt werden, damit der Schutz auch über die Kindheit hinaus gewährt bleibt.