Die vielseitige mediterrane Pflanze Rosmarin wird von den meisten mit italienischer Küche, dem Osterlamm oder Rosmarinkartoffeln in Verbindung gebracht. Doch das aromatische Kraut ist auch eine vollwertige Heilpflanze.
Herkunft und Verbreitung
Rosmarin ist ein immergrüner buschiger Strauch, der im gesamten Mittelmeerraum gedeiht. Schon in antiker Zeit wurde der Rosmarin kultiviert. Damals spielte die Pflanze allerdings weniger eine kulinarische, als vielmehr eine kultisch-religiöse Rolle. Der Duft des Rosmarins begleitete Verstorbene auf ihrer Reise in das Totenreich. Außerdem galt die Pflanze als Symbol der Liebe und Treue. Im Mittelalter wurde Rosmarin bereits in ganz Europa gehandelt und zur Duftherstellung sowie als Heilpflanze genutzt. Die rasante Verbreitung der italienischen Küche im zwanzigsten Jahrhundert hat ihn vor allem in der Verwendung als Gewürz bekannt gemacht. Doch immer mehr Menschen entdecken die heilende Wirkung des Rosmarin wieder.
Rosmarintee stärkt und kräftigt
Die ätherischen Öle verleihen dem Rosmarin seinen intensiven Geschmack und feinen Duft. Aber sie sind auch für einen großen Teil der Heilwirkungen des Rosmarin verantwortlich. So wirkt das Rosmarinöl antiseptisch, allgemein abtötend auf Bakterien, Viren und Pilze, krampflösend, durchblutungsfördernd und lindernd bei Beschwerden wie Rheuma. Wird die Pflanze in einem Aufguss zubereitet, kommen zu den ätherischen Ölen noch Gerb-, Bitter- und Pflanzenfarbstoffe hinzu. In dieser Kombination hilft Rosmarintee bei Kreislaufschwäche, Appetitlosigkeit und Verdauungsstörungen und wirkt allgemein kräftigend auf den Organismus. Dank dieser komplexen Wirkung können gerade ältere Menschen Rosmarintee nutzen, um den Winter und die Erkältungssaison besser zu überstehen. Sogar im Garten ist Rosmarintee einsetzbar. Der Aufguss hat eine antimykotische Wirkung, das heißt, er verhindert Wachstum und Ausbreitung verschiedener Pilze. Damit kann er als biologisches Pflanzenschutzmittel eingesetzt werden.
Zubereitung
Die Zubereitung der Heilpflanze als Tee ist denkbar einfach. Übergießen Sie einen Teelöffel Rosmarinblätter mit heißem Wasser und lassen Sie den Aufguss zugedeckt ungefähr eine Viertelstunde ziehen. Nach dem Abseihen ist der Rosmarintee trinkfertig. Trinken Sie zweimal täglich eine Tasse, um die heilende Wirkung zu nutzen. Allerdings nicht vor dem Schlafengehen, da die Wirkstoffe des Rosmarin den Nachtschlaf beeinträchtigen.