Auch die Zähne können enorme Auswirkungen auf den Rücken haben. Sie sitzen fest im Schädel verankert und haben so über den Nacken eine direkte Verbindung zur Wirbelsäule. Ein fehlender oder schiefer Zahn, schlecht sitzende Kronen, Füllungen, Brücken oder Gebisse führen zu einem Ungleichgewicht in der Kraftverteilung des Körpers und zu Rückenschmerzen durch Zahnbeschwerden. Durch einen fehlenden Zahn kann beim Kauen und Beißen kein Druckausgleich der von der Kaumuskulatur freigesetzten Kraft stattfinden. Die Kiefermuskeln ziehen sich zusammen, um diesem Effekt entgegenzuwirken. Dadurch werden andere Zähne stärker belastet und es kommt zu einer schiefen Stellung des Kiefers, die wiederum das Rückgrat auszugleichen versucht. Die Wirbel vom Nackenbereich bis hinunter zum Becken können sich dadurch verdrehen. Am häufigsten sind die Lendenwirbel betroffen. Die Nerven und das Rückenmark werden gereizt, sodass Schmerzen entstehen. Eine Abweichung der Kieferstellung von nur einem Millimeter kann in der Wirbelsäule Verschiebungen von einem Zentimeter bewirken. Eine Untersuchung der Zähne ist somit eine Möglichkeit der Ursache von Rückenschmerzen auf den Grund zu gehen, wenn alle anderen potenziellen Auslöser ausgeschlossen werden konnten. Eine Korrektur der Zähne oder des Zahnersatzes kann das Leiden lindern.
Weitere Gründe für Rückenschmerzen bei Zahnbeschwerden sind beispielsweise Störungen der Kiefermuskeln oder -gelenke. Stress kann zu Zähneknirschen und zur Anspannung der Kiefermuskeln führen, was ebenfalls Rückenschmerzen auslösen kann. Hier ist eine Therapie zur Stressbewältigung nützlich.