Rußfilter nachrüsten - was man beachten sollte

Der Rußfilter im Diesel-PKW schont nicht nur die Umwelt, sondern Sie sparen auch viel Geld, wenn Sie ihren Rußfilter nachrüsten


Vor dem Hintergrund eines ökologischen Bewusstseins führten deutsche und französische Autokonzerne in den 1980er Jahren den Rußfilter ein. Große Automobilverbände, wie der ADAC, aber auch Umweltexperten empfehlen jedem Halter eines Dieselfahrzeugs, sich einen Rußfilter in den PKW einbauen zu lassen. Doch worauf sollten Sie beim Nachrüsten des Filters achten? Welche Vorteile hat ein Rußfilter für Sie und die Natur?

Umweltschonendes und verantwortliches Fahren dank eines Dieselpartikelfilters

  • Die Zeiten, in denen Dieselmotoren lediglich in Nutzfahrzeugen eingebaut wurden, sind endgültig vorbei. Nicht nur in robusten Landmaschinen oder Nutzfahrzeugen, sondern auch in modernen Luxusautos der gehobenen Klasse sind elegante Selbstzünder zu finden. Dank einer Revolution in der Verbindung von Diesel -und Einspritztechnik, wie zum Beispiel in TDCi -oder Tdi-Motoren, sind Diesel echte Allroundtalente auf der Straße.
  • In allen Bereichen des Fahrkomforts, der Leistung und der Höchstgeschwindigkeit können diese Fahrzeuge mit den reinen Einspitz-Modellen ohne Probleme mithalten. adurch erhöhen sich allerdings auch die Emissionswerte. Mehr Leistung bedeutet insgesamt ein höherer Ausstoß von Schadstoffen (zum Beispiel Kohlenstoff, CO) und Ruß. „Ruß“ entsteht beim der Verbrennung des Kraftstoffs und ist eine andere Bezeichnung für Partikel.
  • Je mehr Diesel verbrannt wird, desto mehr Ruß lagert sich in der Umwelt ab und gefährdet letztlich die Gesundheit von Menschen und Tieren. Neben der Beeinträchtigung der Atemwege, in denen sich die Partikel und Schadstoffe ablagern, können Ruß und Schadstoffe vor allem zu Krebs führen. Diese und weitere Kriterien hinsichtlich der gesundheitlichen und umweltbezogenen Gefährdung durch Dieselmotoren verdeutlichen die Notwendigkeit, einen Rußfilter nachzurüsten.

Gesetzliche Normen, Angebote und Einbau der Filteranlage

  • Grundsätzlich gilt, dass alle Dieselfahrzeuge, die mit einem Rußfilter nachgerüstet werden, die Abgasnormen Euro 3, Euro 3/III und Euro 4 einhalten müssen. Solche Fahrzeuge dürfen schon von vorn herein eine gesetzlich festgelegte Schadstoffmenge nicht überschreiten. Mit den von der Europäischen Union verabschiedeten Obergrenzen für Ruß und andere Gifte aus Dieselfahrzeugen, müssen alle PKWs der Euro-3 -und Euro-4-Norm einen geregelten Katalysator eingebaut haben.
  • Autos mit der Euro-2-Norm von 1993 sind nur mit einem ungeregelten KAT ausgestattet und deshalb lediglich „schadstoffarm“. Sie fallen beim Nachrüsten von Filtern in eine ungünstigere Kategorie. Bei Euro 3 (seit 1. Januar 2001) und Euro 4 (ab 1. Januar 2006) liegt der Ausstoß der Schadstoffe (Kohlenstoff/CO, Kohlenwasserstoffverbindungen/HC und Stichstoffoxiden/NO) innerhalb der festgelegten Grenze.
  • Wenn Sie also einen Dieselpartikelfilter nachträglich einbauen lassen möchten, sollten Sie sich auf jeden Fall in Ihren Unterlagen und bei einem Experten über die Abgasnorm Ihres Diesels informieren. Denn neben den Euro-Normen spielt auch die Partikelminderungsrate(PM) eine entscheidende Rolle. Sieben vom Gesetzgeber festgelegte Partikelminderungsstufen (PM01, PM0, PM1-5) sind in der Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung (StVZO), Anlage XXVI, definiert.
  • In der Praxis werden zwei Verfahren in der Rußfiltertechnik angeboten. Die meisten Autofahrer besitzen ohnehin bereits einen geregelten Katalysator nach den oben genannten Euro-Normen. Für sie kommt daher nur die Nachrüst-Variante in Frage. Sogenannte „offene Filtersysteme“ werden in die Auspuffanlage eingebaut. Technische Eingriffe in den Motor oder zusätzliche Spritzverfahren sind dabei nicht erforderlich.
  • „Offen“ wird eine solche Filteranlage nicht wegen ihrer Technik oder Wirkung genannt, sondern weil der Gesetzgeber aufgrund seiner Steuererleichterungen für Nachrüstungen auch die technischen Richtlinien und Grenzen bestimmen muss. Die Nachrüstung kann unter Umständen zu erhöhten Kosten von über 700 Euro führen.
  • Einige Händler und Marken bieten jedoch schon verhältnismäßig günstige Einbaumaßnahmen von rund 140 Euro, einschließlich Lohnkosten, an. Sowohl bei der Nachrüstung als auch beim zweiten Verfahren, der Erstausrüstung in Neuwagen, erhält der Diesel-PKW einen „100-Prozent-Filter“.

Steuererleichterungen, ökologisches Bewusstsein

  • Umweltbewusstsein, Kosteneinsparung und technologische Innovation lassen sich im Verkehr oft nicht vereinen. Doch beim Rußfilter können Autofahrer gleich alle drei Möglichkeiten auf einmal nutzen. Automobilclubs und politisch Verantwortliche in Deutschland waren sich darum einig, möglichst viele Diesel-Fahrer zum Nachrüsten zu motivieren. Aus diesem Grund verabschiedeten Bundestag und Bundesrat ein neues Gesetz, das am 1. April 2007 in Kraft getreten ist.
  • Das „Vierte Gesetz zur Änderung des Kraftfahrzeugsteuergesetzes, BGBl. I S.356“ belohnt jede Umrüstung bzw. Nachrüstung eines Diesel-PKW mit einem Rußfilter im Zeitraum zwischen 1. Januar 2006 und 31. Dezember 2009 mit einem Steuerfreibetrag von 330 Euro.
  • Gleichzeitig werden alle Fahrer, die diese technische Innovation nicht mitmachen, mit Steuererhöhungen belastet. Nach der Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung (Anlage XXVI zu § 47 Abs. 3a STVZO) müssen, je nach festgestellter Partikelminderungsstufe, bis u 1,20 Euro pro 100 cm³ zusätzlich an den Fiskus bezahlt werden.
  • Bei einem 2000-cm²-Motor sind auf dieser Grundlage jährlich immerhin 24 Euro zur bisherigen Steuersumme fällig. Um auch möglichst alle Diesel-Fahrer anzuregen, wurde die Frist zum Nachrüsten sogar nach einmal bis einschließlich 31. Dezember 2010 verlängert. Alle Autos mit Selbstzünder oder einer Einspritz-Diesel-Kombination, die bis 31. Dezember 2006 erstmals zugelassen wurden, konnten nun mit einer umschonenden Technik ausgestattet werden.