Sachgemäß und schmerzfrei ein Kaninchen schlachten


Haben Sie ein paar jagdbegeisterte Freunde? Dann kommen Sie sicherlich manchmal auch in den Genuss der ein oder anderen selbst erlegten Beute. Wer jedoch nur das fertig abgepackte Fleisch aus dem Supermarkt kennt, weiß wohl kaum darüber Bescheid, wie man Kaninchen schlachten sollte. Im privaten Bereich gilt es dabei schließlich, einige Grundregeln für eine fachkundige und sachgemäße Schlachtung zu beachten.

Einfangen und Narkotisieren

  • Zuallererst gilt: Ziehen Sie das Tier nicht an den Ohren! Es ist eher ratsam, das bereits erlegte Tier mit der einen Hand am Nackenfell zu packen. Mit der anderen Hand stützen Sie das Becken des Tieres.
  • Bei Schlachtungen im privaten Bereich gelten die Bestimmungen des Tierschutzgesetzes. Demzufolge dürfen Sie das Kaninchen keinen vermeidbaren Schmerzen aussetzen. Eine Betäubung ist daher unerlässlich, hierfür benötigen Sie allerdings ein paar Kenntnisse und Fertigkeiten.
  • Im gewerblichen Bereich werden Kaninchen laut den Bestimmungen des Deutschen Fleischerverbandes mit dem sogenannten stumpfen Schlag betäubt. Mit einem Stock oder einem anderen vergleichbaren Gegenstand schlagen Sie das Tier gezielt und energisch auf den Kopf. Hierdurch soll vermieden werden, dass die gewünschte Gehirnerschütterung erst nach mehrmaligem Schlagen eintritt.

Das Ausbluten des Tieres

  • Bei zu viel Blutverlust stirbt das Kaninchen. Daher sollten Sie durch einen sauberen Kehlenschnitt damit beginnen, das Kaninchen auszuweiden. Im Anschluss öffnen Sie die beiden Hauptschlagadern am Hals und die benachbarten Venen.
  • Wenn sich das Tier nicht mehr bewegt, ist es vollständig entblutet. Erst dann dürfen Sie weitere Schritte einleiten. Hierzu zählen das Hautabziehen, die Entnahme der Organe und die Zerlegung des Kaninchenkörpers.

Kaninchen schlachten: das Ausweiden

  • Um damit fortzufahren, das Kaninchen zu schlachten, führen Sie nun einen von oben nach unten verlaufenden Schnitt an der Bauchdecke durch. Achten Sie darauf, dass die Gedärme nicht zu Schaden kommen.
  • Nach und nach können Sie nun Hoden oder Eileiter, Herz, Lunge, Leber, Nebennieren, Harnleiter, Hautdrüsen und Gallenblase entfernen. Bei der Entnahme der Afterdrüsen ist besondere Vorsicht an den Tag zu legen. Nach der Abtrennung der Hinterläufe an den Gelenken muss der Körper noch mit kaltem Wasser abgewaschen und kühl gelagert werden.